20.07.2017

Auf den Spuren des Todes



Tagungstelegramm: "Dark Tourism" und Bergidyll

 

Das Grauen hat Konjunktur. Konzentrationslager, Schlachtfelder, Orte von (Natur-)Katastrophen oder Anschlägen, Gefängnisse und Folterkeller gehören zu den Reisezielen einschlägiger Tourismusunternehmen: Auschwitz und Austerlitz, Gettysburg und Ground Zero, Tschernobyl und Costa Concordia.

In seinem Vortrag am Donnerstag, 13. Juli 2017, fragte Jörg Skriebeleit, Leiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg: Was fasziniert an Reisen zum Leid der Anderen? Nationalsozialistische Lager und Todesstätten verzeichnen von Jahr zu Jahr neue Besucherrekorde. 2016 wurden fast zwei Millionen Besucher aus aller Welt im ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz gezählt. Auch auf dem Obersalzberg steigen die Besucherzahlen immer weiter.

Gibt es eine Lust am Schrecklichen, die fest in der menschlichen Psyche verankert ist? Treibt die Besucher der voyeuristische Blick auf mehr oder minder tabuisierte Todeszonen oder Diktatorenorte? Sind sie von historischem Erkenntnisinteresse geleitet oder haben sie oft andere Motive? Auch am Beispiel des Obersalzbergs ging Skriebeleit diesen Fragen im "Kleinen Saal" des Kongresshauses Berchtesgaden nach.




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