Alter und neuer Glauben. Religion im NS-Spielfilm. (Bearbeiterin: Maylin Amann) Das Promotionsprojekt wendet die Frage nach den Werten und Normen, die im NS-Kino vermittelt und zugleich gespiegelt wurden, auf das Thema der Gläubigkeit im Nationalsozialismus. Zahlreiche Spielfilme der NS-Zeit bedienten sich, mit ganz unterschiedlichen, teils politisch-ideologischen, teils christlich-moralischen Deutungsangeboten, religiöser Themen und sakraler Motive. Sie gilt es in ihren Widersprüchen und Verschränkungen als exemplarisch für das Verhältnis von Glauben und Nationalsozialismus zu entschlüsseln.
Filmerbe unter Vorbehalt. Politische Spielfilme der NS-Diktatur – Geschichte, Quellenwert, Gegenwart. (Bearbeiter: Johannes Hürter) Anders als in den übrigen Teilprojekten stehen in diesem Projekt dezidierte Propagandafilme im Mittelpunkt. Die Untersuchung geht von jenen 44 Spielfilmen aus, die von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung als Vorbehaltsfilme eingestuft wurden und nur mit wissenschaftlicher Begleitung gezeigt werden dürfen. Neben dem berüchtigtsten NS-Spielfilm „Jud Süß“ (1941) und einer Handvoll weiterer bekannter Filme finden sich überwiegend bisher unbeachtete Filme auf der Liste. Sie bieten einen repräsentativen Querschnitt durch die politisch besonders aufgeladenen Spielfilme der NS-Diktatur. Was erzählen sie uns über den Nationalsozialismus – und wie soll künftig mit diesem „Giftschrank“ des NS-Kinos umgegangen werden? Um diese Fragen zu beantworten, müssen die Vorbehaltsfilme mit den zahlreichen anderen Spielfilmen verglichen werden, die vom Regime als „staatspolitisch wertvoll“ bewertet wurden oder ohne dieses zeitgenössische Prädikat eindeutig politische Inhalte aufweisen. Kontrastierend dazu werden die 27 Filme einbezogen, die 1933 bis 1945 von der NS-Zensur verboten wurden. Dabei ist zu fragen, was die Filmpolitik an diesen Filmen störte und was das über die nationalsozialistische Propaganda vermittelt. Ziel der Studie ist eine Gesamtgeschichte des explizit politischen NS-Spielfilms, die den aktuellen Diskussionen über den Umgang mit dem „braunen Filmerbe“ eine neue wissenschaftliche Grundlage gibt.
Teilprojekt am GWZO:
Germanisierung mit Hilfe des Kinos? Spielfilm im Protektorat Böhmen und Mähren 1939-1945. (Bearbeiter: Pascal Klassert) Im Rahmen des Promotionsprojekts soll mit Methoden und Fragestellungen aus Geschichts- und Filmwissenschaft ein Überblick über die in den besetzten tschechischen Gebieten gezeigten Filme gegeben sowie ihre Themen und ihre Akteur*innen untersucht werden. Weiterhin wird nach der Filmpolitik, der Filmwirtschaft und dem Filmkonsum im Protektorat sowie nach der Rezeption in allen Teilen der fragmentierten Besatzungsgesellschaft gefragt.