01.12.2014

Hervorragendes Zeugnis für das Institut für Zeitgeschichte



Evaluierung: Externe Sachverständige haben die Arbeit des IfZ bewertet

 

München (1.12.2014). Die Leibniz-Gemeinschaft hat dem Institut für Zeitgeschichte München – Berlin nach einem turnusgemäßen Evaluierungsverfahren ein hervorragendes Zeugnis ausgestellt. Im Rahmen einer umfassenden wissenschaftlichen Begutachtung, der sich jedes Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft alle sieben Jahre unterziehen muss, hat eine externe, international besetzte Sachverständigengruppe sämtliche Leistungen des IfZ überprüft und bewertet. Institutsdirektor Andreas Wirsching konnte die abschließende Stellungnahme des Leibniz-Senats nun bei der Jahresversammlung der Wissenschaftsorganisation in Berlin entgegennehmen.

 

Exzellente Leistungen bescheinigten die Prüfer insbesondere der Editionsarbeit des IfZ, darunter auch der aktuell laufenden kritischen Kommentierung von Hitlers „Mein Kampf“. Das Institut für Zeitgeschichte, so der Evaluierungsbericht, setze mit seinen Editionen „auch auf internationaler Ebene Maßstäbe“. Beeindruckt zeigten sich die Sachverständigen darüber hinaus von der konzeptionellen Arbeit des IfZ in der Dokumentation Obersalzberg: Es sei „das Verdienst des IfZ, diesen historisch belasteten Ort mit Hilfe einer modernen zeithistorischen Museumskonzeption zu einem Ort der Information entwickelt zu haben“. Sehr gute Noten erhielt auch das jüngste Großprojekt des Instituts, das seit Sommer 2013 im Aufbau befindliche Zentrum für Holocaust-Studien: Mit dieser Einrichtung werde „die deutsche und internationale Forschung zum Holocaust institutionell gestärkt und ein ausgezeichnetes Kompetenz- und Kommunikationszentrum für die empirische Erschließung des Holocaust geschaffen“. Eine dauerhafte Finanzierung nach der für zwei Jahre geplanten Pilotphase wird von der Leibniz-Gemeinschaft nachdrücklich befürwortet.

 

Hervorgehoben wurde zudem die Beratungs- und Sachverständigentätigkeit, die Historikerinnen und Historiker des IfZ für Politik, Justiz und zivilgesellschaftliche Organisationen insbesondere im Bereich der Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit leisteten. Institutsdirektor Andreas Wirsching freute sich über das positive Ergebnis der Evaluierung: „Es dokumentiert die vielfältige Expertise, die sich das Institut für Zeitgeschichte in allen Fragen des Umgangs mit der NS-Diktatur und ihrer gesellschaftlichen Aufarbeitung erworben hat.“

 

Das Institut für Zeitgeschichte wurde 1949 gegründet und erforscht heute an seinen Standorten in München, Berlin und am Obersalzberg die gesamte deutsche Zeitgeschichte vom Ersten Weltkrieg bis zur europäischen Gegenwart. Am Stammsitz München bietet das IfZ mit seiner Bibliothek und dem Archiv eine ebenfalls als exzellent bewertete Forschungsinfrastruktur und ist international mit zahlreichen Institutionen und Forschungsverbünden vernetzt.

 

Der gesamte Evaluierungsbericht im Wortlaut ist im Internet einsehbar unter:

www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/evaluierung/das-evaluierungsverfahren-des-senats/senatsstellungnahmen/




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