Warten auf Godot?

Tagungstelegramm: Intellektuelle seit den 1970er Jahren

In der wissenschaftlichen Forschung wie auch unter Intellektuellen selbst herrscht seit einigen Jahrzehnten eine gewisse Unsicherheit, ob es "ihn", den Intellektuellen, überhaupt noch gibt. Bereits 1983 hat Jean-François Lyotard mit seinem Essay "Tombeau de l'intellectuel" einen Nachruf publiziert. In seinem Vortrag am 5. Juli 2018 am Münchner Institut für Zeitgeschichte ist Armin Nassehi (LMU München) der Frage nachgegangen, welche Rolle Intellektuelle in der jüngsten Zeitgeschichte angesichts tiefgreifender politischer, gesellschaftlicher, ökonomischer und medialer Transformationen noch spielen können und wie sich dieses intellektuelle Engagement analysieren lässt.

Die Überlegungen des Münchner Soziologen zur "Soziologie des Intellektuellen nach dem 'Tod' des Intellektuellen" waren Teil der Tagung "Warten auf Godot? Intellektuelle seit den 1970er Jahren", die vom 5. bis 7. Juli im IfZ München stattfand. Forscherinnen und Forscher aus der Geschichts- und Politikwissenschaft sowie der Soziologie diskutierten, wie sich Rolle und Bedeutung des Intellektuellen seit den 1970er Jahren gewandelt haben - und welche Schlaglichter dies auf den allgemeinen Wandel von Gesellschaft und politischer Kultur wirft. Die Tagung wurde von Ingrid Gilcher-Holtey (Universität Bielefeld) und Eva Oberloskamp (Institut für Zeitgeschichte) organisiert und von der Fritz Thyssen Stiftung sowie dem Bureau de coopération universitaire finanziell gefördert. Ein Tagungsband wird voraussichtlich 2019 erscheinen.



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