In seinem Vortrag am Institut für Zeitgeschichte im Dezember 2025 hat Wachsmann diese Herangehensweise demonstriert, indem er durch eine mikroskopische Linse auf einen einzigen Tag in der Geschichte des Lagers geblickt hat. Wachsmann beschrieb die Erfahrungen der Häftlinge und Täter an diesem Tag und erkundete verschiedene Orte innerhalb und außerhalb des Lagerkomplexes wie auch Geräusche und Gerüche, die mit ihnen verbunden waren. Er hob die starken Unterschiede im Leben verschiedener Häftlinge hervor und zeigte, dass es nie ein einziges Auschwitz gab. In seinem Vortrag beschrieb Wachsmann auch die Abläufe (vom Appell bis zur Zwangsarbeit) und die Infrastruktur (von Krankenstationen bis zu SS-Forschungsinstituten), die das tägliche Leben prägten.
Die Veranstaltung war eine Kooperation mit dem Lehrstuhl für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte der LMU. Isabel Heinemann (IfZ) hat in den Vortrag eingeführt, Andrea Löw (Zentrum für Holocaust-Studien) die anschließende Diskussion moderiert.