13.04.2015

Politische Justiz und Transitional Justice



Tagungs-Telegramm: Deutsch-polnisch-russische Konferenz in Warschau

 

Die Problemkomplexe „Justiz als Instrument politischer Verfolgung“, „Strafrechtliche Aufarbeitung von Staatsverbrechen“ und „Umgestaltung einstmals diktaturloyaler Justizsysteme“ sind, jedenfalls in Deutschland, Polen und der Sowjetunion in der Periode von den 1930er bis zu den 1950er Jahren viel enger miteinander verflochten als es scheinen mag. So könnte man das Ergebnis der internationalen Tagung „Politische Justiz und Transitional Justice in Deutschland, Polen und Sowjetunion von den 1930er bis 1950er Jahren“ bilanzieren, die vom 12. bis 14. März 2015 im Janusz-Kurtyka-Bildungszentrum in Warschau stattfand.

 

Organisiert wurde sie gemeinsam vom IfZ, dem polnischen Institut für Nationales Gedenken (IPN), der russischen Gesellschaft „Memorial“ und den Deutschen Historischen Instituten Warschau und Moskau. Bei der gemeinsamen Exploration eines neu zugeschnittenen Forschungsfeldes durch Historikerinnen und Historiker aus Deutschland, Polen, Russland, der Ukraine, Weißrussland und den USA traten, ungeachtet des sehr breiten Spektrums von Einzelthemen, zahlreiche Berührungspunkte und übergreifende Grundsatzfragen zutage, wie etwa das Verhältnis gerichtlicher zu außergerichtlicher Verfolgung, unterschiedliche Formen politischer Instrumentalisierung der Justiz, ihre Legimitierungsfunktion sowie Probleme der Entnazifizierung und Lustration. Die Idee zu der Konferenz war bei einem vom stellvertretenden Direktor des IfZ, Magnus Brechtken, initiierten Gedankenaustausch mit der Leitung des IPN entstanden. Von Seiten des IfZ trugen Magnus Brechtken und Jürgen Zarusky die organisatorische Verantwortung für die Konferenz. Die Tagungsergebnisse sollen in einem englischsprachigen Sammelband dokumentiert werden.

 








Moderiert von Sandra Dahlke (DHI Moskau) diskutierten (v.r.n.l.) Arsenij Roginskij (Memorial), Andrzej Paczkowski (IPN/Polnische Akademie der Wissenschaften) und Jürgen Zarusky (IfZ) über Grundsatzfragen von politischer Justiz und Transitional Justice.




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