01.07.2015

Wie Vati die Demokratie lernte



Tagungstelegramm: Familie, Männlichkeit und die Frage der Autorität in der politischen Kultur der Bundesrepublik

In der jungen Bundesrepublik stellte sich nach der Katastrophe des Völkermords und des Vernichtungskrieges die Frage, welche Form der Autorität noch möglich sei. Dies galt auch für Leit- und Traumbilder der Männlichkeit und besonders der Vaterschaft: Formen der Vaterschaft jenseits des Patriarchats wurden zu einem zentralen Ort, an dem die bundesdeutsche Gesellschaft das Verhältnis von Autorität und Demokratie neu zu bestimmen suchte.

Till van Rahden, Professor für Deutsche und Europäische Studien an der Universität Montreal, referierte am 25. Juni im Institut für Zeitgeschichte über Familie, Männlichkeit und Autorität in der politischen Kultur der Bundesrepublik. Moderiert von IfZ-Direktor Andreas Wirsching, bildete der Abendvortrag den öffentlichen Teil eines wissenschaftlichen Workshops, der sich unter dem Leitmotiv „Männer mit Makel“ der Fragestellung widmete, wie die bundesdeutsche Nachkriegsgesellschaft mit devianter Männlichkeit außerhalb der gängigen Rollenkonzepte umging.




© Institut für Zeitgeschichte