17.06.2016

Von den Besiegten lernen?



Tagungstelegramm: Die Kooperation der U.S. Armee und der ehemaligen Wehrmachtselite 1945-1961

Trotz anfänglicher Bemühungen der Alliierten, die deutsche Militärelite für Verbrechen im Zweiten Weltkrieg zur Verantwortung zu ziehen, gelang es den meisten deutschen Generälen und Offizieren nach 1945 rasch, sich den neuen, insbesondere von den USA vorgegebenen politischen Rahmenbedingungen anzupassen. In ihrem  Buch "Von den Besiegten lernen? Die kriegsgeschichtliche Kooperation der U.S. Armee und der ehemaligen Wehrmachtselite 1945-1961" zeigt Esther-Julia Howell (Institut für Zeitgeschichte), dass bei der Integration der deutschen Militärelite in die westliche Wertgemeinschaft die langjährige Kooperation der U.S. Armee mit ehemaligen Wehrmachtsoffizieren eine wichtige Rolle spielte: Im Rahmen der "Historical Division" verfassten die Deutschen tausende Studien zum Zweiten Weltkrieg. Die Autorin stellte am Montag, 6. Juni, ihr Buch am Institut für Zeitgeschichte in München vor.

Howell verdeutlichte, dass die "Historical Division" den deutschen Militärs äußerst günstige Rahmenbedingungen für die Formulierung einer apologetischen Geschichtsdeutung bot und sich sogar aktiv an der transatlantischen Verbreitung der Legende von der "sauberen Wehrmacht" beteiligte. Im Anschluss an die Buchvorstellung diskutierte die Autorin mit Sönke Neitzel von der Universität Potsdam und Johannes Hürter vom Institut für Zeitgeschichte über die Ergebnisse ihrer Untersuchung.




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