29.11.2016

Kriegstagebuch einer jungen Nationalsozialistin



Tagungstelegramm: Die Aufzeichnungen Wolfhilde von Königs 1939-1946

Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, war die junge Münchnerin Wolfhilde von König 13 Jahre alt. In den folgenden sieben Jahren führte sie ein "Kriegstagebuch": Die Einträge dieses außerordentlichen Zeitzeugnisses dokumentieren sechs Jahre Krieg, die Zerstörung ihrer Heimatstadt im Bombenkrieg, ihre Sorge um Vater und Bruder, die Niederlage und die prekären ersten Nachkriegsmonate. Sie geben einen seltenen Einblick in das Kriegserleben einer Jugendlichen und jungen Frau, die sich selbst als überzeugte Nationalsozialistin verstand.


Ihre Selbstwahrnehmung, ihr Denken und ihr Alltag waren durch die Mitgliedschaft im Bund Deutscher Mädel (BDM) geprägt: Als "Gesundheitsdienst-Mädel" betreute sie im Winter 1944 Kinderlandverschickungs-Lager in Berchtesgaden und war zeitweise stellvertretende Führerin der BDM-Gesundheitsschule im Dietrich Eckart-Krankenhaus in Stanggaß.

Sven Keller, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Zeitgeschichte und Kurator der Dokumentation Obersalzberg, hat das "Kriegstagebuch einer jungen Nationalsozialistin" jüngst herausgegeben. In einer Lesung mit Gabi Hinterstoisser, die als Sprecherin u.a. für den Bayerischen Rundfunk tätig ist, stellte der Historiker am Dienstag, 15. November 2016, im Kleinen Saal des Kongresshauses Berchtesgaden Auszüge aus den Aufzeichnungen Wolfhilde von Königs vor.




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