20.06.2017

Mehr Sozialdemokratie wagen



Tagungstelegramm: Mieczysław Rakowski und die Polenpolitik der SPD

 

Nachdem Mieczysław Rakowski bereits 1956 seine Dissertation über die Sozialdemokratische Partei Deutschlands verfasst hatte, avancierte der Chefredakteur der polnischen Wochenzeitung Polityka in den 1960er Jahren zur wichtigsten Kontaktperson für Journalisten und Politiker aus der Bundesrepublik, insbesondere zu solchen aus dem Umfeld der SPD. Trotz des Risikos für seine politische Karriere suchte er gezielt diese Kontakte. Dadurch entstand eine besondere Nähe zu führenden Sozialdemokraten, auf die Rakowski bis in die späten 1980er Jahre bauen konnte und durch die er erheblichen Einfluss auf die polenpolitische Linie der SPD gewann.

 

In ihrem Vortrag in der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung in Berlin am Mittwoch, 14. Juni 2017, zeigte Lisa Bicknell (Johannes Gutenberg-Universität Mainz) diese Verbindungen zwischen Rakowski und der Polenpolitik der SPD von den 1960er bis in die 1980er Jahre auf. Durch die Auswertung des Nachlasses von Rakowski und die Analyse seines Netzwerkes in der Bundesrepublik warf diese polnische Perspektive neues Licht auf Kernfragen der sozialdemokratischen Polenpolitik. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung statt.




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