Anschließend führten uns Sven Keller, Albert Feiber und Sebastian Peters durch die Dauerausstellung im Ausstellungsgebäude – fachkundig kuratiert und sowohl für Expert:innen als auch Laien zugänglich. Besonders beeindruckte der digitale Medientisch, der zeigte, wie durch propagandistische Inszenierung Hitlers am Obersalzberg das Bild vom „nahbaren Führer“ konstruiert wurde. Die Ausstellung, bei der Andrea Löw und Frank Bajohr beratend mitgewirkt hatten, bezieht auch den Holocaust in hohem Maße mit ein. Sie verortet den Verbrechens-Komplex nicht nur thematisch, sondern auch räumlich in das Zentrum des kreisförmig angelegten Rundgangs.
Am nächsten Morgen stand der letzte Teil der Ausstellung an: die (unfertige) Bunkeranlage. Unsere Kollegen von der Dokumentation Obersalzberg erzählten von Bau, Struktur, Zwangsarbeit, Nutzung, Bombardierung, den Graffiti amerikanischer und französischer Soldaten nach der Einnahme sowie einem Blindgängerfund.
Im Bildungszentrum stellten Nadine Tauchner und David Dorn anschließend ihren neu konzipierten Workshop zum jüdischen Leben und Antisemitismus vor. Der konstruktive Austausch mit den anwesenden Holocaustforscherinnen und -forschern lieferte wertvolles Feedback und neue Perspektiven für die Weiterentwicklung der Workshops.
Am Nachmittag folgten ein Gespräch am runden Tisch zum Austausch unserer Eindrücke und unserer offenen Fragen sowie eine Diskussion über die nächste Sonderausstellung, in der unter anderem Hitler-Karikaturen aus den 1990er Jahren zu sehen sein sollen. Im Zentrum steht dabei nicht die Bewertung individuellen Humors, sondern die Analyse konkreter Werke und ihrer Hintergründe – ein, wie wir fanden, kluger Ansatz, um Besucherinnen und Besuchern über den emotionalen Einstieg fundiert an die Geschichte des Obersalzbergs heranzuführen.