Wie funktionierte Manipulation durch Massenmedien in der NS-Zeit? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Veranstaltung des Hessischen Landtags in der Bildungsreihe „Antisemitismus in Geschichte und Gegenwart“. Am Beispiel des Spielfilms „Jud Süß“ wurde vor Schülerinnen und Schüler sowie Mitgliedern des Hessischen Landtags die Wirkungsweise antisemitischer Propaganda beleuchtet und diskutiert. Nach der Begrüßung durch Landtagspräsidentin Astrid Wallmann und einem Statement von Christiane von Wahlert, Vorstand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, erläuterte Johannes Hürter vom Institut für Zeitgeschichte in seinem Vortrag die Bedeutung des Films für die Politik und Propaganda der NS-Diktatur.
„Jud Süß“ aus dem Jahr 1940 ist einer der bekanntesten NS-Propagandafilme. Seinerzeit sahen ihn über 21 Millionen Menschen allein in den deutschen Kinos. Heute gehört er zu den sogenannten Vorbehaltsfilmen, die von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung verwaltet werden. Sie sind nicht für den allgemeinen Vertrieb zugelassen, können aber für wissenschaftliche oder didaktische Zwecke gezeigt werden – so wie jüngst im Hessischen Landtag.