Vermittlungsarbeit: Johannes Hürter spricht im Hessischen Landtag über ‚Jud Süß‘ und die Macht der Bilder

Wie funktionierte Manipulation durch Massenmedien in der NS-Zeit? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Veranstaltung des Hessischen Landtags in der Bildungsreihe „Antisemitismus in Geschichte und Gegenwart“. Am Beispiel des Spielfilms „Jud Süß“ wurde vor Schülerinnen und Schüler sowie Mitgliedern des Hessischen Landtags die Wirkungsweise antisemitischer Propaganda beleuchtet und diskutiert. Nach der Begrüßung durch Landtagspräsidentin Astrid Wallmann und einem Statement von Christiane von Wahlert, Vorstand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, erläuterte Johannes Hürter vom Institut für Zeitgeschichte in seinem Vortrag die Bedeutung des Films für die Politik und Propaganda der NS-Diktatur. 

„Jud Süß“ aus dem Jahr 1940 ist einer der bekanntesten NS-Propagandafilme. Seinerzeit sahen ihn über 21 Millionen Menschen allein in den deutschen Kinos. Heute gehört er zu den sogenannten Vorbehaltsfilmen, die von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung verwaltet werden. Sie sind nicht für den allgemeinen Vertrieb zugelassen, können aber für wissenschaftliche oder didaktische Zwecke gezeigt werden – so wie jüngst im Hessischen Landtag. 

Mit der Bedeutung des Mediums Spielfilm im NS-Regime beschäftigt sich am Institut für Zeitgeschichte sowie am Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO) seit vergangenem Jahr das Projekt „SCREENS – National Socialism: Ideology and Everyday Life in German Cinema 1933-1945“ unter der Leitung von Johannes Hürter. Neben der wissenschaftlichen Erforschung des Mediums Spielfilm für die Kultur- und Gesellschaftsgeschichte des Nationalsozialismus hat sich das Projekt auch die Vermittlungsarbeit zum Ziel gesetzt, indem es über Mechanismen und Absichten filmischer Propaganda aufklärt.  



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