Ein Streit um Kaisers Bart?

Tagungstelegramm: Munich History Lecture – vom Nutzen und Nachteil der Hohenzollern-Debatte

Aus den materiellen Forderungen, die von den "Chefs des Hauses Hohenzollern" seit Beginn der 1990er Jahre an die öffentliche Hand gestellt wurden, entwickelte sich zunächst eine abgelegene Gutachter-Kontroverse, seit 2019 eine hitzig geführte Debatte, in der sich historische, juristische, politische und publizistische Linien überschneiden. Der Historiker Stephan Malinowski (Edinburgh), der die Reihe "Munich History Lecture" im Jahr 2023 am 9. Januar im Hauptgebäude der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) eröffnete, war einer der Gutachter zur juristischen Ausgangsfrage, ob und wie wirkungsvoll ein gewisser preußischer Prinz den Nationalsozialismus unterstützt hatte. Daraus wurde bald ein emotional aufgeladener Streit, der in Comedy-Shows, Fachzeitschriften, historischen Seminaren, Abiturprüfungen, auf CNN und in der New York Review of Books ausgetragen wurde und unterdessen auch Filmschaffende interessiert. Malinowskis Vortrag thematisierte verschiedene Zeitschichten und Mitspieler in einem Streit, der über hundert Jahre alt und längst nicht beendet ist. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit dem Historischen Seminar der LMU statt und wurde von der Münchner Universitätsgesellschaft und der Gerda Henkel Stiftung gefördert. Die Einführung in den Abend übernahm IfZ-Direktor Andreas Wirsching.



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