Den 74. Jahrgang der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte eröffnet Kim Wünschmann, die den Umgang mit britischen Zivilinternierten im Deutschen Reich zwischen 1939 und 1945 aus rechts- und erfahrungsgeschichtlicher Perspektive untersucht, gefolgt von Christopher Neumaier, der die Debatten um die Kameradschaftsehe als Sonde nutzt, um Konflikte um die Sozial- und Geschlechterordnung in der Weimarer Republik nachzuzeichnen. Filippo Focardi gibt einen problemorientierten Überblick über die Auseinandersetzung mit der faschistischen Vergangenheit in Italien und wirft dabei ein grelles Schlaglicht auf die ausgebliebene Abrechnung mit italienischen Kriegsverbrechen. Clemens Villinger schließlich diskutiert Normalität als Begriff in der Alltags- und Täterforschung zur NS-Zeit und zeigt auf, dass alle Analysen von der frühen Täterforschung bis heute durch unreflektierten Sprachgebrauch und unzulängliche Definitionen gekennzeichnet sind. Dieser Beitrag ist bis zum Erscheinen des nächsten Hefts im Free Access zugänglich.