Gesellschaft und Gewalt. Verbrechen in der Endphase des Zweiten Weltkrieges 1944/45

Abgeschlossenes Projekt

 

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (IfZ):  Dr. Sven Keller

Projektinhalt:  

In der Endphase des „Dritten Reichs“ eskalierte die nationalsozialistische Gewalt ein letztes Mal. Das Forschungsprojekt erfasst das heterogene Spektrum der sogenannten Endphasenverbrechen. Zentraler Quellenbestand sind die Akten und Urteile der west- und ostdeutschen Nachkriegsjustiz. Anhand mehrerer Hundert Fallbeispiele fragt die Studie nach den gesellschaftlichen und strukturellen Rahmenbedingungen der Gewalt ebenso wie nach ihrer Funktion.

Für das Regime als Ganzes, so das Ergebnis, wirkte sie stabilisierend, und für die individuellen Täter bedeutete die Ausübung von Gewalt unmittelbare Machterfahrung. So ließ sich das eigene Welt- und Selbstbild in einer Phase des Zusammenbruchs aufrechterhalten. Dabei bot die nationalsozialistische „Volksgemeinschafts“-Ideologie bis in die letzten Kriegstage hinein Orientierung: Sie wurzelte im Trauma der Niederlage des Ersten Weltkriegs und definierte die „Rassefeinde“, „Volksverräter“ und „Defätisten“ im Innern, die es radikal zu bekämpfen galt, um ein zweites „1918“ zu verhindern.

 

 

Publikationen im Rahmen des Projekts:
Volksgemeinschaft am Ende.




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