Justiz zwischen Diktatur und Demokratie. Der Wiederaufbau der Justiz unter alliierter Aufsicht und die Ahndung von NS-Verbrechen durch westdeutsche Justizbehörden 1945-1949

Abgeschlossenes Projekt

 

 

Weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter:  PD Dr. Edith Raim (ehemalige IfZ-Mitarbeiterin)

Projektinhalt:  

Die Studie von Edith Raim ist in drei größere Abschnitte gegliedert: Der erste Teil ist eine Sozialgeschichte der deutschen Justiz in der amerikanischen, britischen und französischen Zone in der „Trümmerzeit“ und beschäftigt sich mit dem komplexen Zusammenspiel zwischen alliierten und deutschen Behörden in ihrem Bestreben, eine funktionierende Justizverwaltung aufzubauen. Da deutsche Quellen nur äußerst bruchstückhaft überliefert sind, wurde hier vor allem auf amerikanisches, britisches und französisches Archivmaterial zurückgegriffen. Der zweite Teil stellt die Diskussionen um das Kontrollratsgesetz Nr. 10 („Verbrechen gegen die Menschlichkeit“) und die unterschiedlichen Sichtweisen deutscher Justizangehöriger, alliierter Besatzer und der deutschen Öffentlichkeit zu dessen Anwendung und zur Ahndung generell in den Mittelpunkt.

In einem dritten Teil werden – unter Verwendung der am IfZ in den Jahren 1999 bis 2009 erstellten Datenbanken – in mehreren Kapiteln exemplarisch Verfahren beispielsweise zu den Themen „Reichskristallnacht“, „Arisierung“, „Euthanasie“, Denunziationen oder KZ-Verbrechen untersucht, wobei differenziert Erfolge und Scheitern der Ermittlungen gezeigt werden. So konnten sowohl der Forschung zur Besatzungszeit als auch der in der Historiografie nach wie vor vernachlässigten Rechtsgeschichte bzw. zeithistorischen Kriminalitätsforschung neue Impulse gegeben werden. 

 

 

Publikationen im Rahmen des Projekts:
Justiz zwischen Diktatur und Demokratie.




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