„Volk“ im Übergang vom Kaiserreich zur Weimarer Republik. Pluralistisches und holistisches Denken im Spektrum der politischen Mitte 1917–1924

Abgeschlossenes Projekt

 


Projektinhalt:  

Das am Institut für Zeitgeschichte von Jörn Retterath bearbeitete Teilprojekt hat sich der Frage nach den Bedeutungen und Veränderungen des Volksbegriffes in der Phase des Übergangs zwischen Juli 1917 und Juni 1924 gewidmet. Bislang wurde meist nur der rassistisch exkludierende Volksbegriff der radikalnationalistischen „völkischen“ Gruppierungen untersucht. Die ebenfalls existierende demokratisch-egalitäre Bedeutung des Wortes „Volk“ wurde hingegen kaum in den Blick genommen. Die Studie hat sich daher auf den Gebrauch des Volksbegriffes im Spektrum der demokratischen Parteien der „Großen Koalition“ (SPD, DDP, DVP, Zentrum) konzentriert. Durch eine Analyse von parteinahen Zeitungen, parlamentarischen Dokumenten und Parteiquellen wurde der Frage nach der Verwendung und den eventuellen Mischungsverhältnissen der idealtypisch unterschiedenen Bedeutungsvarianten „ethnos“, „demos“ und „plebs“ nachgegangen. Dabei standen neben dem „Volk“ auch Komposita (wie „Volksgemeinschaft“), Derivationen (wie „Volkstum“) sowie Neben- und Gegenbegriffe (wie „Nation“, „Bevölkerung“, „Rasse“, „Masse“) im Blickfeld der Untersuchung. Methodisch ordnet sich die Studie ins Feld der Historischen Semantik ein und greift Elemente der Begriffsgeschichte, Historischen Diskursanalyse und Neueren Ideengeschichte auf. 

 

 

Publikationen im Rahmen des Projekts:
"Was ist das Volk?".




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