Zwischen Hoffnung und Enttäuschung: Deutsch-jüdische Vereine und gesellschaftlicher Antisemitismus 1914-1938

 

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (IfZ):  Anna Ullrich M.A.

Projektinhalt:  

Nicht erst mit der Ernennung Hitlers zum Reichskanzlers am 30. Januar 1933 mussten sich deutsche Juden mit antisemitischen Anfeindungen, Zurücksetzungen und Gewalttaten auseinandersetzen. In diesem Zusammenhang rekurriert die Forschung oft auf die „enttäuschten Hoffnungen“ deutscher Juden, denen durch den Antisemitismus immer wieder die Grenzen der Integration in die nicht-jüdische deutsche Gesellschaft aufgezeigt wurde. Das Ziel des Dissertationsprojektes von Anna Ullrich ist die Aufschlüsselung dieser enttäuschten Hoffnungen. Im Zentrum der Arbeit steht dabei nicht nur die Frage, wie antisemitische Erfahrungen Hoffnungen, Wünsche und Erwartungen beeinflussten. Vielmehr sollen unterschiedliche Strategien herausgearbeitet werden, mit denen sich deutsche Juden gegen diesen Einfluss wappneten. Der emotionsgeschichtliche Ansatz erlaubt es dabei, individuelle Aussagen systematisch auszuwerten und Regeln, Vorgaben und Empfehlungen für den Umgang mit Antisemitismus in privaten, teilöffentlichen und öffentlichen Kommunikationsräumen innerhalb des deutschen Judentums nachzuspüren. Aus dieser Rekonstruktion von Erfahrungsraum und Erwartungshorizont historischer Akteure ergeben sich neue Erklärungsansätze für die Art und Weise, wie deutsche Juden Antisemitismus im Untersuchungszeitraum einschätzten – und ihn bewältigten.

 

 



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