Die Entstehung der internationalen Klimapolitik

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (IfZ):   Pascal Pawlitta
Projektinhalt:

Der Klimawandel ist als Thema der internationalen Beziehungen heute kaum mehr wegzudenken. Wie diese von der Wissenschaft postulierte Problematik zu einem bedeutenden Gegenstand internationaler Politik und damit einhergehender Regulierungsversuche wurde, ist von der zeitgeschichtlichen Forschung bisher aber noch kaum näher untersucht worden. Hier setzt das Dissertationsprojekt an. Es untersucht die Entstehung der internationalen Klimapolitik mit Blick auf den Nachhaltigkeitsdiskurs. Ausgehend von der ersten Weltklimakonferenz 1979 und der ab Mitte der 1980er Jahre vorangetriebenen Bildung einer wissenschaftsbasierten Politikberatungsinstanz zum Thema Klimawandel, dem Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), reicht der Betrachtungszeitraum bis zur Einigung auf ein völkerrechtlich verbindliches Abkommen mit dem Ziel des Klimaschutzes auf der Kyoto-Konferenz. Neben der Institutionalisierung der Klimapolitik zwischen IPCC, UN, nationalen Regierungen und NGOs erkundet die Arbeit, wie und mittels welcher öffentlich sichtbarer Argumentationssequenzen und massenmedialer Strukturierungen die Klimathematik in politisches Agenda-Setting und Maßnahmenplanung Eingang fand und wie sie sich mit dem Leitbild der „nachhaltigen Entwicklung“ verschränkte. Von besonderem Interesse sind dabei die sich abzeichnenden Akteurs- und Interessenkonstellationen: Welche Rolle spielten die UN, nationale Regierungen und NGOs wie Greenpeace, sowie nicht zuletzt auch die Wissenschaft mit ihren an die Politik herangetragenen Klimamodellen und Konzepten? Zwei nationale Perspektiven werden dabei mitreflektiert – jene der USA, die auf internationaler Ebene von Beginn an eine besondere Rolle spielten, sowie die der Bundesrepublik, unter anderem auch als Gastgeber der ersten UN-Klimakonferenz 1995.




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