Berichte von Diplomaten über Judenverfolgung und Holocaust in Europa 1939-1945

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (IfZ):  Prof. Dr. Frank Bajohr,  Dr. Anna Ullrich
Projektinhalt:

Es gehörte und gehört zu den zentralen Dienstaufgaben von Diplomaten, die Außenministerien der jeweiligen Länder über grundlegende Entwicklungen des Gastlandes in regelmäßigen Berichten zu informieren. Sie sind für Historiker eine hochinteressante Quelle, da die meisten Diplomaten über wichtige Verbindungen in höchste politische Kreise eines Landes verfügen und zugleich mit grundlegenden gesellschaftlichen Entwicklungen durch ihre jahrzehntelange Anwesenheit umfassend vertraut sind. Für die Geschichte des Holocaust sind die über zahlreiche Archive in aller Welt verstreuten Berichte der Diplomaten eine bislang noch nicht systematisch ausgewertete Quelle. Diese sind gerade für die Geschichte von Judenverfolgung und Holocaust von besonderem Wert, waren doch die meisten Diplomaten durch die Erteilung von Visa mit dem Problem jüdischer Flüchtlinge in ganz Europa konfrontiert und oft auch in persönliche Rettungsinitiativen involviert. Man denke nur an die Bemühungen des schwedischen Diplomaten Raoul Wallenberg um die Rettung ungarischer Juden in Budapest. Das Zentrum wird in den folgenden Jahren mit Hilfe zahlreicher Kooperationspartner in diversen Ländern die diplomatischen Berichte der Forschung erschließen, die Berichte auswerten und zahlreiche Quellen im Rahmen des europäischen EHRI-Projektes dokumentieren. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei den Berichten jener Länder, die während des Zweiten Weltkrieges in den Regionen Mittel- und Osteuropas mit Konsulaten und Botschaften vertreten waren.




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