Das Ende der Gemeinschaften: Der Zweite Weltkrieg und der Holocaust in Schytomyr

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (IfZ):   Tobias Wals
Projektinhalt:

Ziel dieser Forschung ist, die Auswirkung der deutschen Besatzung und des Holocausts auf das soziale Gewebe von Schytomyr besser zu verstehen. Vor dem Krieg zählte die Stadt rund 95.000 Einwohner, die Hälfte davon waren Ukrainer, etwa ein Drittel Juden. Am 19 September 1941 hetzte Sonderkommando 4a einen Pogrom auf, nachdem die SS-Männer 3145 Juden aus der Stadt vertrieben und exekutierten. Tausende mehr wurden im Laufe des Krieges erschossen, erhängt oder totgeprügelt. Die Juden, die überlebten oder aus der Evakuation zurückkehrten, gaben in den meisten Fällen ihre Sprache und Kultur auf, um sich in russischsprachige Sowjetbürger zu verwandeln.

In diesem Projekt geht es eben um die Erfahrungen von Schytomyrs Einwohnern und die sozialen Prozesse zwischen ihnen. Wie passten sich Leute an die allgegenwärtige Gewalt an, welche Überlebensstrategien entwickelten sie? Wie beeinflusste die Anwesenheit von einem Stalag mit vielen Tausenden Kriegsgefangener in unmittelbarer Nähe der Stadt das Leben der Anwohner? Wie änderte sich durch Krieg und Besatzung die Selbstidentifizierung von Individuen?

Wegweiser im Zentrum Shytomyrs ca. 1941, Fotograf: Willi oder Karl Ude, Privatarchiv der Familien Ude



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