Der FC Bayern München 1929−1949. Aufstieg und Niedergang eines Fußballvereins im Kontext der Entwicklung des deutschen Fußballs

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (IfZ):   Gregor Hofmann
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Der Aufstieg des FC Bayern München (FCB) bis hin zu seinem ersten Meistertitel 1932 gilt als eng verknüpft mit dem Wirken jüdischer Mitglieder. Doch führte auch der FCB während der NS-Zeit einen „Arierparagraphen“ ein und installierte einen „Dietwart“, der das Vereinsleben nach nationalsozialistischen Vorstellungen ausrichten sollte. Jüngere Veröffentlichungen konnten einzelne Aspekte dieses Teils der Vereinsgeschichte akzentuieren. Die Frage nach dem Verhältnis des Klubs zum Nationalsozialismus bleibt jedoch umstritten.

Die Studie, die Gregor Hofmann unter Betreuung von Frank Bajohr seit März 2018 erarbeitet, möchte die Geschichte des FCB zusammenhängend und jenseits sportlicher Kennziffern ausleuchten. Sie nimmt bereits den Aufstieg des Vereins in der Weimarer Republik in den Blick, als Fußballspiele zu Massenereignissen und „Ideale“ des Sports oder Beziehungen zwischen individuellem und „Volkskörper“ Gegenstand erbitterter Debatten wurden. Der Fokus richtet sich auf jüdische Mitglieder, die beim FCB bis zu ihrem Ausschluss eine entscheidende Rolle spielten, aber ebenso auf Akteure, die nach 1933 keiner Verfolgung ausgesetzt waren: Funktionäre, Sportler, Sponsoren und weitere Angehörige des Vereins oder seines Umfelds.

Der FCB soll dabei nicht nur für sich betrachtet, sondern es sollen Bedingungen und Spielräume des Sports unter der Diktatur ausgelotet, der Verein innerhalb der „Hauptstadt der Bewegung“ verortet und Anknüpfungspunkte zur neueren NS-Forschung hergestellt werden.




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