Deutsch-deutsche Umweltpolitik im internationalen und gesellschaftlichen Kontext des Ost-West-Konflikts, 1970–1990

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (IfZ):   Sophie Lange
Projektinhalt:

Am 21. Dezember 1972 wurde der Grundlagenvertrag zwischen der DDR und der Bundesrepublik geschlossen. Dieser beinhaltete auch das Ziel, Nachfolgeverhandlungen u.a. zum Thema „Umwelt“ zu führen. Diese Nachfolgeverhandlungen bzw. zersplitterte Einzelverhandlungen zu Themen wie der Werra-, Elbe- und Luftverschmutzung sind der Kern des Dissertationsprojektes. Hinzu kommt das Fallbeispiel der westdeutschen Müllverbringung auf ostdeutsche Deponien. Von bilateralen Nicht-Verhandlungen in den 1970ern über Einzelthemenverhandlungen zu Beginn der 1980er Jahre gelang es letztlich 1987 eine deutsch-deutsche Umweltvereinbarung auf den Weg zu bringen. Der Weg dahin war gekennzeichnet von Abbrüchen, Missverständnissen und unterschiedlichen Prioritätensetzungen.  

Als vermeintlich „unpolitisches“ Thema eigneten sich Umweltverhandlungen in der Zeit des Kalten Krieges auch dazu, den Entspannungsprozess in Europa zu forcieren bzw. konkret als Konfliktmoderation eingesetzt zu werden. Begleitet werden die bilateralen Verhandlungen demnach von den Aktivitäten beider deutscher Staaten im internationalen, ost-west-überschreitenden Bereich in der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) und der Economic Commission for Europe (ECE) als auch von den gesellschaftlichen Entwicklungen von der Basis her. Mit Hilfe dieser drei Ebenen sollen zunehmende Verflechtungen im Ost-West-Konflikt herausgestellt sowie ggfs. neues Licht auf das Ende des Kalten Krieges geworfen werden.




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