Die Strategien der Treuhandanstalt/Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben zur Privatisierung der chemischen Industrie und Mineralölindustrie 1990–2000

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (IfZ):  Dr. Rainer Karlsch
Projektinhalt:

Das Projekt nimmt die einzelnen Stationen des Transformationsprozesses in der chemischen Industrie und Mineralölindustrie in den Blick, der 1989/90 einsetzte und bis zum Ende der 1990er Jahre dauerte. Erste Selbsteinschätzungen zur Wettbewerbsfähigkeit der im Frühsommer 1990 aus den Kombinaten hervorgegangenen Unternehmen fielen ernüchternd aus. Zu noch weitaus härteren Bewertungen kamen westdeutsche Chemieunternehmen, die den großen ostdeutschen Chemiestandorten kaum Chancen in der Marktwirtschaft einräumten. Die Treuhandanstalt stand vor der Aufgabe, möglichst viele Unternehmen so rasch wie möglich en bloc zu privatisieren. Mit dem Kanzlerversprechen vom 10. Mai 1991, das den Erhalt der Unternehmen des Chemiedreiecks festschrieb, setzte ein Strategiewechsel ein: Das Chemiedirektorat der Treuhandanstalt ließ standortübergreifende Konzepte erarbeiten und ging zu einer aktiven Restrukturierungspolitik über. In diesem Zusammenhang ist unter anderem danach zu fragen, wie die Sanierung der Altlasten geregelt wurde und mit welchen Ergebnissen man die Chemieparkkonzepte umsetzte. Außerdem soll das Privatisierungsgeschehen in anderen, stärker mittelständisch geprägten Bereichen der chemischen Industrie – pharmazeutische Betriebe, Reifenhersteller, Kosmetik und Waschmittel – analysiert werden. Abschließend ist zu klären, in welchem Verhältnis der hohe finanzielle Aufwand bei der Transformation der ostdeutschen Chemieindustrie zu den erzielten Privatisierungsergebnissen stand.




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