Die Transformation der ostdeutschen Werftindustrie im Spannungsfeld von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (IfZ):   Eva Lütkemeyer
Projektinhalt:

Das Projekt von Eva Lütkemeyer beschäftigt sich mit dem Privatisierungs- und Umstrukturierungsprozess der ostdeutschen Werftindustrie zwischen 1989/90 und 1994 sowie dessen Auswirkungen auf die Region, die Unternehmen und die Lebenswirklichkeit der Menschen vor Ort. Der Schiffbau bildete mit mehr als 55.000 Beschäftigten vor der „Wende“ einen der „industriellen Kerne“, dessen Erhalt zumindest aus gesellschaftspolitischer Perspektive gesichert werden sollte. Damit wurde die Transformation des Schiffbaus in Mecklenburg-Vorpommern zu einer politisierten Großprivatisierung, bei der die Treuhandanstalt letztlich nur einer von vielen Akteuren war. Über einen Ansatz auf Makroebene, der den Blick ausschließlich auf politische und wirtschaftliche Akteure richtet, hinausgehend, wird Transformation als ein Prozess verstanden, der sich tiefgreifend auch auf gesellschaftliche Strukturen auswirkt. Das Projekt nimmt an, dass die Betriebe der Schiffbauindustrie einen Ort der Transformation und damit einen zentralen Erfahrungsraum bildeten, anhand dessen gezeigt werden kann, inwiefern auch private Lebensentwürfe und soziale Praktiken von den politischen und ökonomischen Strukturveränderungen betroffen waren und sich darüber hinaus auf den Wertehaushalt, individuelle und kollektive Identitäten auswirken konnten.




© Institut für Zeitgeschichte