Die Transformation der ostdeutschen Werftindustrie im Spannungsfeld von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (IfZ):   Eva Lütkemeyer
Projektinhalt:

Der Privatisierungs- und Umstrukturierungsprozess der ostdeutschen Werftindustrie zwischen 1990 und 1994 wird im Zusammenhang mit der Tätigkeit der Treuhandanstalt in ihrem wirtschaftspolitischen und soziokulturellen Umfeld untersucht. Das ehemalige Kombinat Schiffbau, das aus den großen Ostsee-Werften in Warnemünde, Rostock, Wismar, Wolgast und Stralsund sowie deren Zuliefererbetrieben bestand, war mit mehr als 55.000 Beschäftigten für die ganze ostdeutsche Küstenregion strukturbestimmend. Der Schiffbau bildete damit einen der „industriellen Kerne“, dessen Erhalt auch nach Ende der Planwirtschaft zumindest aus gesellschaftspolitischer Perspektive gesichert werden sollte. Vor diesem Hintergrund zielt das Promotionsprojekt auf die Analyse der makroökonomischen, fiskalischen, politischen und gesellschaftlichen Strukturen und Wandlungsprozesse, wobei die Netzwerke der maßgeblichen Akteure aus Wirtschaft und Politik, ihre Interessen, Handlungsspielräume und die Frage nach möglichen Alternativen der Treuhandpolitik besonders im Fokus stehen. Neben überregionalen, bundesdeutschen und durch die EG vorgegebenen Rahmenbedingungen werden auch die regionalen und innerbetrieblichen Transformationsprozesse im Schiffbausektor in die Untersuchung einbezogen. Methodisch verfolgt das Forschungsprojekt einen multiperspektivischen Ansatz und verortet sich an der Schnittstelle von Wirtschafts- und Unternehmensgeschichte sowie Erfahrungs- beziehungsweise Mentalitätsgeschichte.




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