Bearbeiter: Dr. Daniel Trabalski (HU Berlin)
Das Projekt untersucht den Nexus zwischen Politik und Ökonomie anhand der staatlichen Haushaltsbeziehungen in der DDR von den 1950ern bis in die 1980er Jahre. Im Fokus stehen dabei das Spannungsverhältnis zwischen politischer Herrschaft und Ökonomisierungsprozessen sowie das Ministerium der Finanzen und die Staatsbank als zentrale staatliche Finanzorgane, und wie diese die staatlichen Haushaltsbeziehungen mitgestalteten und prägten. Das Ministerium der Finanzen und die Staatsbank nahmen eine bedeutende Stellung im Staatsapparat der DDR ein, weil sie als durchführende Organe des Staatshaushalts weitreichende Kontroll- und Gestaltungsmöglichkeiten gegenüber anderen Teilbereichen des Staates besaßen.
Vor diesem Hintergrund soll erforscht werden, welche aktive Rolle die zentralen staatlichen Finanzorgane bei der Herrschaftssicherung der SED sowie bei der Durchsetzung ihrer politischen Ziele spielten. Den zweiten Schwerpunkt des Projekts bilden die finanzbürokratischen Bemühungen, die wachsenden staatlichen Aufgaben und Initiativen aus einer von Mangel geplagten, zunehmend verstaatlichten Wirtschaft zu finanzieren und wie sich das finanzbürokratische Handeln wiederum auf die Ergebnisse der SED-Politik auswirkte.