Humour, Rumours and Other Indirect Informal Ways of Communication During the Holocaust in Poland

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (IfZ):   Izabela Paszko
Projektinhalt:

Rumour as a form of communication can be found in all modern societies. They spread especially at in times of crisis or war. In conditions of oppression, exclusion and terror, when official channels of information cannot be trusted, it is informal communication that fills the space left by the information gap and general lack of orientation about the world. Rumours and informal communication in general become a mass communication phenomenon, which reflects significant social and cultural changes within a society. This was also true of Poland’s population during World War II. Social interactions were dominated by searching for news and interpreting them.

The ambition of this project is to examine the ways of informal communication under Nazi occupation in Poland with an emphasis on rumours, their circulation and role in shaping the public sphere. The topic is especially interesting from the perspective of the circulation of the first information about the Holocaust. What was the reception of rumours by Jews and non-Jewish Poles about the first killings? How did rumours affect the perception of reality by Nazi-occupied populations?

As informal communication can be a powerful tool in the fight against occupiers, the underground state’s actions need to be taken into account. How did the Polish underground use rumours and hearsay in their fight against propaganda? What was the position of rumourmongers in society?

Seeking answers to such questions sheds more light on what role unofficial, often non-written and non-physical factors have in constructing public communication and influencing public mood.

As the project focuses on wartime Poland, it aims to study the social phenomenon of rumours and other ways of informal communication from a micro-historical perspective mostly based on testimonies and archives.

Communication as a process and example of a social dynamic can be studied from various angles. It requires a multi-disciplinary approach, including the fields of history, social anthropology, sociology and psychology.


 

Humor, Gerüchte und andere indirekte, informelle Kommunikationswege während des Holocaust in Polen


Gerüchte als Form der Kommunikation sind in allen modernen Gesellschaften zu finden. Sie verbreiten sich vor allem in Krisen- und Kriegszeiten. Unter Bedingungen von Unterdrückung, Ausgrenzung und Terror, wenn den offiziellen Informationskanälen nicht vertraut werden kann, ist es die informelle Kommunikation, die den Raum füllt, der durch die Informationslücke und die allgemeine Orientierungslosigkeit über die Welt entsteht. Gerüchte und informelle Kommunikation im Allgemeinen werden zu einem Massenkommunikationsphänomen, das bedeutende soziale und kulturelle Veränderungen innerhalb einer Gesellschaft widerspiegelt. Dies galt auch für die Bevölkerung Polens während des Zweiten Weltkriegs. Die sozialen Interaktionen wurden von der Suche nach Nachrichten und deren Interpretation dominiert.

Das Ziel dieses Projekts ist es, die Wege der informellen Kommunikation unter der nationalsozialistischen Besatzung in Polen zu untersuchen, wobei der Schwerpunkt auf Gerüchten, deren Verbreitung und deren Rolle bei der Gestaltung der öffentlichen Sphäre liegt. Das Thema ist besonders interessant aus der Perspektive der Verbreitung erster Informationen über den Holocaust. Wie nahmen Juden und nichtjüdische Polen die Gerüchte über die ersten Morde auf? Wie beeinflussten die Gerüchte die Wahrnehmung der Realität durch die von den Nationalsozialisten besetzte Bevölkerung?

Da die informelle Kommunikation ein mächtiges Instrument im Kampf gegen die Besatzer sein konnte, müssen die Handlungen des Untergrundstaates berücksichtigt werden. Wie hat der Polnische Untergrund Gerüchte und Hörensagen in seinem Kampf gegen die Propaganda genutzt? Wie war die Stellung der Gerüchtemacher in der Gesellschaft?

Die Suche nach Antworten auf solche Fragen wirft mehr Licht darauf, welche Rolle inoffizielle, oft nicht geschriebene und nicht physische Faktoren bei der Konstruktion der öffentlichen Kommunikation und der Beeinflussung der öffentlichen Stimmung spielen.

Da sich das Projekt auf Polen während der Kriegszeit konzentriert, soll das soziale Phänomen der Gerüchte und anderer Formen der informellen Kommunikation aus einer mikrohistorischen Perspektive untersucht werden, die sich meist auf Zeugenaussagen und Archive stützt.

Kommunikation als Prozess und Beispiel einer sozialen Dynamik kann aus verschiedenen Blickwinkeln untersucht werden. Sie erfordert einen multidisziplinären Ansatz, der die Bereiche Geschichte, Sozialanthropologie, Soziologie und Psychologie einschließt.




© Institut für Zeitgeschichte

Title

Content