Das Teilprojekt entstand im Rahmen des bereits beendeten Leibniz-Verbundprojekts: „Urban Authenticity: Creating, Contesting and Visualising the Built Heritage in European Cities since the 1970s“ (2020–2024), das gemeinsam vom Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung, dem Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung, dem Herder-Institut für historische Ostmitteleuropa-Forschung und dem Institut für Zeitgeschichte München-Berlin in Kooperation mit dem Museumsverband des Landes Brandenburg durchgeführt wurde und an den Leibniz-Forschungsverbund „Historische Authentizität“ anschloss.
Das Forschungs- und Promotionsprojekt von Julia Ziegler untersucht den Umgang mit städtischem Bauerbe sowie dessen Bedeutungswandel in europäischen Städten und fragt nach der Zuschreibung urbaner Authentizität. Im Kontext nationaler und internationaler Diskurse über städtische Planung und Wiederaufbau des städtischen Erbes historisiert das Projekt politische, soziale und kulturelle Hintergründe sowie die lokalen Bedingungen für Authentizitätszuschreibungen.
Das Teilprojekt am IfZ widmet sich der Stadt Nürnberg und untersucht dortige Diskurse um lokales Bauerbe in öffentlichen Debatten, medialen Inszenierungen sowie Praktiken von Bürgerinitiativen, Stadtverwaltungen und weiteren Akteuren im Spannungsfeld von Baupolitik, Planungsdiskursen, Tourismus und Erinnerungskultur seit 1950 anhand von Fallbeispielen – etwa der Nürnberger Altstadt oder dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände. Ein besonderer Fokus gilt der Rolle zivilgesellschaftlicher Akteure, insbesondere der „Altstadtfreunde Nürnberg“ und von „Geschichte Für Alle“, die entscheidend zur Neubewertung des Bauerbes beitrugen und so urbane Authentizitätszuschreibungen, kollektive Identifikationen, städtische Imagepolitiken und Erinnerungskulturen prägten.
Im Januar 2025 hat Julia Ziegler ihre Dissertation an der RWTH Aachen erfolgreich verteidigt. Die Publikation der Projektergebnisse als Monografie ist im Frühjahr 2026 geplant.