Zukunftsvorstellungen während des Umbruchs – Selbstverortungen und Bündnisperspektiven in der Sowjetunion am Ende des Kalten Krieges

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (IfZ):   Susanne Maslanka
Projektinhalt:

Das Projekt untersucht außenpolitische Konzepte, die in der Sowjetunion bzw. deren Nachfolgestaaten vor dem Hintergrund der Krise und des Zerfalls des Warschauer Paktes von der politischen Führung, wissenschaftlichen Beratern und gesellschaftlichen Gruppen unter den Bedingungen der glasnost‘ entworfen und diskutiert wurden. Der Untersuchungszeitraum reicht von 1987, als der Generalsekretär der KPdSU, Michail Gorbačev, begann, für seine Idee des „gemeinsamen europäischen Hauses“ zu werben, bis zum Abschluss von bilateralen Verträgen der sowjetischen Nachfolgestaaten mit den ehemaligen Bündnispartnern des Warschauer Paktes im Jahr 1992. Das Promotionsvorhaben zielt darauf ab, den Zerfall des Verteidigungsbündnisses nicht als eine zwangsläufig aufeinanderfolgende Reihe von Ereignissen darzustellen, sondern politische Akteure und deren Positionen im regierungsinternen und öffentlichen Diskurs in den Blick zu nehmen und die Frage nach alternativen Wegen in der Transformationsphase zu stellen. Von besonderem Interesse sind die Erwartungen an das Verhältnis zu den nicht-sowjetischen Warschauer-Pakt-Staaten, im Speziellen zu Polen. Die Arbeit geht zudem der Frage nach, von welchen Wert- und Ordnungsvorstellungen die Ideen für eine veränderte europäische und globale Sicherheitsarchitektur in den verschiedenen Gruppen getragen wurden.

Das Projekt ist Teil des von der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) organisierten und von der Leibniz-Gemeinschaft finanzierten Verbundprojekts „Drifting Apart. Herauslösungsprozesse aus internationalen Organisationen“.




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