Von Solidarność zur Schocktherapie. Ökonomisches Denken und Systemtransformation in Polen 1975-1995

 

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (IfZ):  Dr. Florian Peters

Projektinhalt:  

Angesichts der spezifischen Vorreiterrolle, die dem Systemwechsel und der radikalen makroökonomischen Schocktherapie in Polen im implodierenden sowjetischen Machtbereich zukam, liegt der Schwerpunkt des von der DFG geförderten Einzelprojekts auf der „Transformation vor der Transformation“. So fokussiert das Projekt auf den schleichenden diskursiven und gesellschaftlichen Wandel, der östlich der Oder bereits im Jahrzehnt vor 1989 einsetzte, und setzt diesen ins Verhältnis zu den tiefgreifenden sozialen und ökonomischen Umbrüchen der turbulenten Transformationsjahre bis 1995. Dabei geht es zunächst um die Evolution wirtschaftspolitischer Reformdiskurse in der kommunistischen Partei, in ökonomischen Expertengremien und in der demokratischen Oppositionsbewegung. Dann verbindet das Projekt diesen diskursanalytischen Zugriff mit der Untersuchung der marktwirtschaftlichen Praxis, die sich seit den 1980er Jahren entfaltete und als „Proto-Kapitalismus von unten“ das Bild der polnischen Transformation prägte. In diesem Rahmen gilt es auch, den Einfluss ideeller und praktischer Transfers aus dem Westen abzuwägen, die sich aus dem Rückgriff auf westliche Berater ergaben. Auf diese Weise zielt das Projekt darauf ab, die ereignisgeschichtliche Zäsur von 1989 in längere transnationale Entwicklungslinien einzubetten und die diskursiven Vorbedingungen des Systemwechsels als historische Faktoren eigenen Rechts sichtbar zu machen.

 

 



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