John Kenneth Galbraith und Deutschland – Ideen, Einfluss und Rezeption eines öffentlichen Intellektuellen (Arbeitstitel)

 

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (IfZ):  Anne-Kristin Hübner M.A.

Projektinhalt:  

Das Projekt untersucht die Beziehungen des kanadisch-amerikanischen Ökonomen John Kenneth Galbraith (1908-2006) zu Deutschland von den 1940er bis 1970er Jahren. Den Wohlfahrtsstaat in keynesianischer Manier propagierend etablierte sich der Harvard-Wissenschaftler als einer der profiliertesten und meistgelesenen sozio-ökonomischen Kommentatoren in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Methodischer Ausgangspunkt der Untersuchung ist ein biographischer Zugriff, der in einer perspektivischen Erweiterung dazu dient, eine Geschichte der Bundesrepublik im Gefüge transatlantischer Verdichtungsmomente zu erzählen. Die Untersuchung versteht Galbraith als „öffentlichen Intellektuellen“, der es als Experte mit Gestaltungsmacht vermochte, Einfluss auf die politische und gesellschaftliche Handlungspraxis zu nehmen. Galbraiths Wirken bereitet die Grundlage für die Auswertung seiner Kommunikations- und Rezeptionsräume in Deutschland. Welche Handlungsperspektiven und Wirkungsmöglichkeiten standen ihm im transatlantischen Gesprächsraum zur Verfügung? Wie nutzte er diese, um seine wirtschaftsphilosophische Sozialkritik zu verbreiten und auf welche Resonanz traf er damit? Inwieweit umschloss sein Wirkungsbereich das zerstörte und schließlich geteilte Deutschland und wie wirkten seine Ideen über den Atlantik in eine spezifisch deutsche Tradition von Wirtschaftsdenken und Staatsverständnis hinein? Welche Akteure, Parteien und Gruppierungen verstärkten seine Resonanz und aus welchen Gründen? Die Analyse seiner Schriften und Korrespondenzen sowie seiner medialen und politischen Rezeption nimmt Galbraith als einflussreichen Akteur neu – und auf Basis bislang unbenutzter Quellen – in den Blick.

 

 



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