Akten zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland

Projektinhalt:

Das Institut für Zeitgeschichte erstellt seit 1990 im Auftrag des Auswärtigen Amts die „Akten zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland (AAPD)“ und unterhält zu diesem Zweck eine eigene Abteilung im Auswärtigen Amt. Seit 1993 wird unmittelbar nach Ablauf der dreißigjährigen Aktensperrfrist ein Jahrgang mit ausgewählten Dokumenten aus dem Politischen Archiv des Auswärtigen Amts vorgelegt. Ende 2012 erschien der Jahrgang 1982 (in zwei Teilbänden). Wie in den Vorgängerbänden, so werden auch hier ca. 400 vormals zumeist „geheim“ oder „vertraulich“ eingestufte Dokumente erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, erschlossen durch eine fundierte Kommentierung sowie durch Regesten, Personen- und Sachregister. Aufgrund des stetigen Publikationsrhythmus entlang der Aktensperrfrist haben die AAPD international Maßstäbe gesetzt. Sie sind seit fast zwei Jahrzehnten für Fachhistorikerinnen und Fachhistoriker, Studierende sowie alle Interessierten das Mittel der Wahl für einen Einstieg in die Forschung zur bundesrepublikanischen Außenpolitik.


Zum Inhalt: Das Ende der Regierung Schmidt/Genscher im Herbst 1982 markierte einen innenpolitischen Einschnitt aber keine außenpolitische Zäsur. Einige Krisen hatten ihren Höhepunkt schon erreicht, so der Falkland- und der Libanon-Krieg. Andere Probleme blieben: die ergebnislose Suche nach Fortschritten bei den INF-Verhandlungen in Genf („Waldspaziergang“), die eine Nachrüstung immer wahrscheinlicher werden ließ, die Krise in Polen und die europäisch-amerikanischen Spannungen bei den Wirtschaftsbeziehungen zwischen West und Ost. Wie die 363 hier erstmals veröffentlichten Dokumente zeigen, setzte die neue Regierung Kohl/Genscher angesichts vielfältiger Krisen auf außenpolitische Kontinuität.


Mit dem neu erschienenen Jahrgang hat die AAPD seit ihrer Gründung nun über 10.000 Dokumente in 56 Bänden vorgelegt. Zum Fortgang der Edition: Die Bearbeitung der „Akten zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland 1983“ ist von Tim Geiger und Matthias Peter unter Mitwirkung von Mechthild Lindemann zur Hälfte fertiggestellt worden. Der Jahrgang soll Ende 2013 erscheinen. Die Dokumentensammlung für das Jahr 1984 wurde von Daniela Taschler abgeschlossen. Die Kommentierung des Jahresbandes 1961 wurde durch Mechthild Lindemann begonnen.