Demokratie in der Zwischenkriegszeit. Deutschland und Frankreich im Vergleich

Abgeschlossenes Projekt

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (IfZ):  Prof. Dr. Andreas Wirsching,  Prof. Dr. Thomas Raithel,  Dr. Petra Weber
Weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter:  

Prof. Dr.Stefan Grüner (ehemaliger IfZ-Mitarbeiter), Prof. Dr. Manfred Kittel (ehemaliger IfZ-Mitarbeiter), Prof. Dr. Daniela Neri-Ultsch (ehemalige IfZ-Mitarbeiterin)

Projektinhalt:

Die Probleme demokratischer Systeme während der 1920er und 1930er Jahre waren nicht auf die Weimarer Republik beschränkt, sondern trugen zu einem erheblichen Teil gemeineuropäischen Charakter. In Deutschland zeigten sie jedoch besonders fatale Folgen. Vor diesem Hintergrund hat das von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Horst Möller initiierte und geleitete Forschungsprojekt, das im Sommer 2011 abgeschlossen wurde, zentrale Themenfelder der Weimarer Republik und der Dritten Französischen Republik in den Blick genommen. 


Das Projekt umfasst mehrere große Studien. Allen Arbeiten gemeinsam ist die Suche nach Faktoren, die zur Stabilität oder Instabilität der beiden Demokratien beitrugen. Die vergleichende Analyse zielte dabei ebenso auf Analogien wie auf charakteristische Unterschiede. Dabei wurde ein weiter Bogen geschlagen von der Zuspitzung des Extremismus in den Metropolen Berlin und Paris (Wirsching 1999) zu den politischen Verhaltensmustern in ländlichen Milieus (Kittel 2000), von den Problemen des parlamentarischen Systems (Raithel 2005) zu den Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften (Weber 2010) und zur Anfälligkeit deutscher und französischer Intellektueller für die totalitäre Versuchung der Sowjetunion (Oberloskamp 2011). Hinzu kamen Untersuchungen zur politischen Biographie Paul Reynauds, des letzten Ministerpräsidenten der Dritten Republik (Grüner 2001), und zu linken französischen Regierungsbündnissen (Neri-Ultsch 2005) sowie ein Tagungsband (Möller/Kittel 2002). 


Als wichtiges Ergebnis des Gesamtprojekts lässt sich festhalten, dass die im Vergleich zu Frankreich größere Fragilität der Weimarer Republik nicht nur in den schärfer ausgeprägten politischen, wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen begründet lag. Zur Zuspitzung von Krisensituationen trug in erheblichem Maße auch das Fehlen einer integrativen, historisch gewachsenen politischen Kultur bei.

Publikationen im Rahmen des Projekts

Vom Weltkrieg zum Bürgerkrieg?

Andreas Wirsching

Vom Weltkrieg zum Bürgerkrieg?

Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte

München 1999


 
Provinz zwischen Reich und Republik.

Manfred Kittel

Provinz zwischen Reich und Republik.

Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte

München 2000


 
Paul Reynaud (1878 - 1966).

Stefan Grüner

Paul Reynaud (1878 - 1966).

Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte

München 2001


 
Demokratie in Deutschland und Frankreich 1918 - 1933/40.

Horst Möller, Manfred Kittel (Hrsg.)

Demokratie in Deutschland und Frankreich 1918 - 1933/40.

Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte

München 2002


 
Das schwierige Spiel des Parlamentarismus.

Thomas Raithel

Das schwierige Spiel des Parlamentarismus.

Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte

München 2005


 
Sozialisten und Radicaux - eine schwierige Allianz.

Daniela Neri-Ultsch

Sozialisten und Radicaux - eine schwierige Allianz.

Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte

München 2005


 
Gescheiterte Sozialpartnerschaft – Gefährdete Republik?

Petra Weber

Gescheiterte Sozialpartnerschaft – Gefährdete Republik?

Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte

München 2010


 
Fremde neue Welten.

Eva Oberloskamp

Fremde neue Welten.

Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte

München 2011