Flucht, Recht, Verantwortung: Humanitärer Interventionismus und die Entstehung der Responsibility to Protect

Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung des BKKK

Humanitärer Interventionismus entwickelte sich in den 1990er Jahren zur Gret­chenfrage internationaler Politik. Die rechtlichen und normativen Kontroversen mündeten schließlich in die Doktrin der Responsibility to Protect. Der Vortrag fragt nach deren konzeptionellen Grundlagen, die noch in der Zeit des Kalten Krieges gelegt worden waren: Dies galt erstens für die Relativierung staatlicher Souveränität durch den Gedanken der Staatenverantwortung, zweitens für die Versicherheitlichung von Flucht und humanitärer Nothilfe, sowie drittens für den Grundsatz der Prävention von Menschenrechtsverletzungen. Ob und wie die Responsibility to Protect in die Praxis umgesetzt werden konnte, hing nicht zuletzt von der Gewichtung dieser verschiedenen, in sich widersprüchlichen Prinzipien ab.

Vortrag von Agnes Bresselau von Bressensdorf (IfZ), Moderation: Dierk Hoffmann (IfZ)

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Ringvorlesung des Berliner Kollegs Kalter Krieg im Sommersemester 2026 in Kooperation mit der Humboldt-Universität zu Berlin und der Bundesstiftung Aufarbeitung statt. Die Ringvorlesung diskutiert anhand ausgewählter Beispiele unterschiedliche Formen, Akteure und Praktiken des Interventionismus in Europa seit 1945.

ORT
Humboldt-Universität zu Berlin
Hauptgebäude, Raum 1072
Unter den Linden 6
10117 Berlin

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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