Emotionalisierung und Selbstvergewisserung

Bundesdeutsche und französische Perspektiven auf das internationale Wendejahr 1989/90

1989/90 war ein Jahr voller glücklicher Emotionen. Sie begleiteten einen in Tempo und Ausmaß außerordentlichen Wandel in Europa, von dem wir heute wissen, dass er das Ende des Kalten Kriegs einläutete. Innerhalb kurzer Zeit verdichteten sich hier die überwiegend friedlichen Ereignisse, deren Ausgang allerdings unsicher war. Gleichzeitig katapultierte die mediale Berichterstattung dramatische Bilder von Gewalt und Leid unmittelbar in die Wohnzimmer der Europäer: die Niederschlagung des Studentenprotests auf dem Tienanmen-Platz in China wie auch die Repression des Volksaufstands in Rumänien, der mit der quasi live übertragenen Hinrichtung des Tyrannen Ceausescu endete. Bei all diesen Ereignissen ging es um unterdrückte Freiheit und verwehrte Demokratie – eine dramatische Kulisse für einen möglichen Kontrollverlust beim unmittelbar erlebten Wandel in Deutschland. Wie Empörung und Mitleid mit der Deutung des eigenen Schicksals und dem Selbstverständnis in diesen Monaten zusammenspielten, ist das Thema dieses Vortrags. Der deutsch-französische Vergleich soll die Hypothese eines gemeinsamen Phänomens der Selbstvergewisserung überprüfen und zugleich nach der Existenz von nationalen emotionalen Codes fragen.

Vortrag mit Hélène Miard-Delacroix (Sorbonne Université, Paris).

Der Vortrag ist Teil der Ringvorlesung „Das Ende des Kalten Krieges“ im Wintersemester 2019/2020.
Weitere Informationen und alle Termine finden Sie im Programm

ORT
Humboldt-Universität zu Berlin
Hörsaal 1072
Unter den Linden 6
10117 Berlin

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