Kosmopolitismus in der Praxis

Weltbürgertum auf dem Prüfstein des Handelns

Kann Weltbürgertum mehr sein als eine Utopie? Dem Staatsrechtler Carl Schmitt zufolge nicht: Kosmopolitismus löse sich in Luft auf, sobald man versuche, ihn in die Praxis umzusetzen; es handele sich um eine Weltsicht, die entpolitisiere. Doch in der Zeit zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg, in den Jahren von 1919 bis 1939, gab es Projekte, in denen Kosmopolitismus ernst genommen und anzuwenden versucht wurde. Ein Vorhaben, das viele Fragen aufwarf: Wie führt man eine gemeinsame Sprache ein, die es der Menschheit ermöglicht, zu einer Einheit zusammenzufinden? Lassen sich Kinder und Jugendliche zu Weltbürgern erziehen? Wie soll eine künftige Weltregierung die Loyalität ihrer Beamten gewinnen, wenn diese gleichzeitig ihren Herkunftsländern verpflichtet sind?

Malte König untersucht in seinem Buch „Kosmopolitismus in der Praxis. Weltbürgertum auf dem Prüfstein des Handelns 1919–1939" die Handlungswirksamkeit kosmopolitischen Gedankenguts in der europäischen Politik der Zwischenkriegszeit. Nicht die Utopien stehen im Zentrum, sondern die konkrete Umsetzung des Kosmopolitismus in den Feldern Kommunikation, Erziehung, gelebte Weltgemeinschaft, Menschenrechte und Völkerbund.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung in der Reihe „Zeitgeschichte im Dialog“.

Buchvorstellung mit Malte König (Institut für Zeitgeschichte München–Berlin) und Isabella Löhr (Freie Universität Berlin). Moderation: Dierk Hoffmann (Institut für Zeitgeschichte München–Berlin)

ORT
Forum Willy Brandt Berlin
Behrenstraße 15
10117 Berlin

ANMELDUNG
Bis 19. September 2026 online über das Anmeldeformular der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung. 

Wir möchten Sie darüber informieren, dass auf unseren Veranstaltungen Bild- und Tonaufnahmen gemacht werden, die wir für unsere Öffentlichkeitsarbeit verwenden. Sollten Sie nicht fotografiert werden wollen, sprechen Sie uns gerne an.



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