Im Fokus des Projekts steht eine bislang wenig untersuchte Gruppe von alliierten Soldaten, die für die Nachkriegsordnung in Deutschland und Österreich ab 1944 eine wichtige Rolle spielten. Zehntausende dieser jungen deutschsprachigen Emigranten wurden nach ihrer Vertreibung durch das nationalsozialistische Deutschland zu US-amerikanischen oder britischen Soldaten. Sie kehrten in den Uniformen der Sieger in ihre Herkunftsländer zurück, wobei sich hier ihr Rollenwandel von Verfolgten zu gefragten Akteuren mit besonderen Sprachfähigkeiten und Kenntnissen über die nun zu besetzenden Länder vollzog. Oft stiegen sie während der Besatzung in kürzester Zeit in einflussreiche Positionen auf. In wenigen Jahren wandelten sich diese „Lucky Victims“ also von Opfern zu Akteuren, von Ohnmächtigen zu Trägern von Macht. Es handelt sich um eine Akteursgruppe, die wie kaum eine andere die widersprüchlichen Signaturen der beiden Hälften des 20. Jahrhunderts biographisch miteinander verbindet.
Vortrag von Arvid Schors (Universität Köln).
Das Kolloquium findet in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte der LMU statt.
ORT
Ludwig-Maximilians-Universität München
Historicum, Raum 401
Schellingstraße 12
80799 München
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Eine Anmeldung ist per E-Mail erforderlich: Philipp.Glahe[at]lmu.de
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