Der Beginn des Holocaust

Das Massaker von Babyn Jar

Drei Monate nach dem Angriff der Wehrmacht auf die Sowjetunion fand am 29./30. September 1941 in Kiev eines der größten Massaker des Holocaust statt. Der Höhere SS- und Polizeiführer Russland-Süd, Friedrich Jeckeln, und das Sonderkommando 4a der Einsatzgruppe C ermordeten binnen zweier Tage fast alle noch in der Stadt lebenden Jüdinnen und Juden. Den Opfern war zuvor befohlen worden, mit Verpflegung zu einem Sammelpunkt – einer tiefen, langgestreckten Senke am Rand der ukrainischen Hauptstadt – zu kommen, angeblich um „umgesiedelt“ zu werden. Am Sammelpunkt wurden die Menschen in die Schlucht Babyn Jar geleitet, dort gezwungen, sich zu entkleiden und die Wertsachen und persönliche Habe abzugeben. Anschließend wurden sie erschossen – insgesamt über 33.000 Kinder, Frauen und Männer. In der Rückschau fällt das Massaker von Babyn Jar in eine Phase, in der die Einsatzgruppen dazu übergingen, Jüdinnen und Juden in der besetzten Sowjetunion unterschiedslos zu töten und die jüdische Bevölkerung ganzer Ortschaften und Landstriche zu ermorden. Insgesamt wurden etwa 2,6 Millionen jüdische Menschen auf dem Gebiet der besetzten Sowjetunion Opfer der deutschen Vernichtungsaktionen. Beiträge aus den Vierteljahrsheften für Zeitgeschichte zu dieser Phase des Genozids finden sich hier:

Yuliya von Saal, "Das Wort gehört den Kindern". Lidija Cukovskaja und die Berichte evakuierter sowjetischer Kinder in Taškent 1942, in VfZ 74 (2026), S. 282–343. 

Tobias Wals, Artur Boss. Der Aufstieg eines ukrainischen "Volksdeutschen" im deutschen Besatzungsapparat, in VfZ 73 (2025), S. 413–445. 



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