Vor 80 Jahren

Die CSU wird Landespartei

Wer nach 1945 in der amerikanischen Besatzungszone eine Partei gründen wollte, hatte es nicht leicht. Die Besatzungsmacht errichtete hohe Hürden, um sicherzustellen, dass Programm und Personal demokratischen Standards genügten. Der Aufbau neuer Parteien sollte von unten nach oben erfolgen, so dass Parteien zunächst nur auf der Ebene von Land- und Stadtkreisen tätig werden konnten. Erst vor den ersten Wahlen im Frühjahr 1946 erhielt die Christlich-Soziale Union am 8. Januar 1946 von der Militärregierung eine landesweite Lizenz. Die neue interkonfessionelle Sammlungspartei stand im ersten Nachkriegsjahrzehnt freilich immer wieder vor existenzbedrohenden Zerreißproben, die man heute fast vergessen hat, die aber in den Vierteljahrsheften für Zeitgeschichte und ihrer Schriftenreihe immer wieder Thema gewesen sind. 

Thomas Schlemmer, Innenansichten einer „Staatspartei“. Die CSU zwischen Krise und Reorganisation – Berichte zur Lage der Partei in der bayerischen Provinz vor der Bundestagswahl 1953, in: VfZ 70 (2022), S. 105–146.

Udo Wengst, Die CDU/CSU im Bundestagswahlkampf 1949, in: VfZ 34 (1986), S. 1–52.

Klaus-Dietmar Henke/Hans Woller (Hrsg.), Lehrjahre der CSU. Eine Nachkriegspartei im Spiegel vertraulicher Berichte an die amerikanische Militärregierung, Stuttgart 1984.

Wolfgang Benz, Förderalistische Politik in der CDU/CSU. Die Verfassungsdiskussion im Ellwanger Kreis 1947/48, in: VfZ 25 (1977), S. 776–820.

Lutz Niethammer, Die amerikanische Besatzungsmacht zwischen Verwaltungstradition und politischen Parteien in Bayern 1945, in: VfZ 15 (1967), S. 153–210.

 



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