Podium Zeitgeschichte

Viele Fragen liegen in der Luft. Und da bleiben sie oft auch, weil sie nicht diskutiert werden. Dem wollen die Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte mit dem „Podium Zeitgeschichte“ entgegenwirken. Grundsätzliche Probleme des Fachs und aktuelle zeitgeschichtliche Debatten werden hier – in der Regel einmal pro Jahr – in einem dialogischen, internationalen und crossmedialen Format zur Sprache und in übertragenem wie im direkten Sinne aufs Podium gebracht: Den Auftakt bilden jeweils Essays ausgewiesener Fachleute im Heft; bei einer öffentlichen Veranstaltung im Institut für Zeitgeschichte in München kommen die Autoren anschließend ins Gespräch; die Debatte wird schließlich als Transkript und mit Filmausschnitten auf der VfZ-Website dokumentiert; Interessierte haben die die Möglichkeit, sich im „Forum“ in die Diskussion mit einzubringen.


Podium Zeitgeschichte 2021: "Mehr als eine Fußnote! Die Sowjetische Besatzungszone und die DDR in der deutschen und europäischen Geschichte"

 

Auch mehr als 30 Jahre nach dem Ende der DDR und der Wiedervereinigung wird die Frage nach dem historischen Ort des 1990 untergegangenen zweiten deutschen Teilstaats noch immer heftig diskutiert. War die DDR wirklich nicht mehr „als eine Fußnote in der Weltgeschichte“, wie Hans-Ulrich Wehler polemisch formuliert hat? Das Podium Zeitgeschichte in der April-Ausgabe der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte (VfZ) setzt sich kritisch mit diesem Diktum auseinander. Die Autorinnen und Autoren thematisieren zunächst die Geschichte der Sowjetischen Besatzungszone (Jürgen John) und der frühen DDR (Elke Scherstjanoi). Petra Weber befasst sich dann mit der Gesellschaftsgeschichte der DDR im deutsch-deutschen Kontext, Frieder Günther stellt Überlegungen zur Behördenforschung im Ost-West-Vergleich an, und Florian Peters sucht nach dem historischen Ort der DDR in der Geschichte des östlichen Europa. Den Abschluss bilden Betrachtungen von Michael Schwartz zur Rolle der DDR in der Geschichte der zeithistorischen Transformationen seit den 1980er Jahren.

Weitergeführt wurde diese Diskussion von Frieder Günther (Berlin), Florian Peters (Jena), Eva Schäffler (München) und Michael Schwartz (Berlin) in einer Online-Diskussion des Instituts für Zeitgeschichte (IfZ) am Dienstag, 15. Juni. Sie suchten dabei nach den Wurzeln gegenwärtiger Problemlagen in der Geschichte Ostdeutschlands zwischen 1945 und 1990 und erörterten die Aufgaben einer künftigen DDR-Forschung. Die Moderation übernahmen der Leiter der Forschungsabteilung Berlin des IfZ, Hermann Wentker, und der Chefredakteur der VfZ, Thomas Schlemmer.

Aufzeichnung der Livestream-Veranstaltung vom 15. Juni 2021:

 

Mitwirkende: Frieder Günther (Berlin), Florian Peters (Jena), Eva Schäffler (München), Michael Schwartz (Berlin), Moderation: Hermann Wentker (Institut für Zeitgeschichte München–Berlin) und Thomas Schlemmer (Institut für Zeitgeschichte München–Berlin).

 



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