Sommersemester 2013

Tobias Hof und Eva Oberloskamp

Übung: Geschichte der Polizei und der Nachrichtendienste in westeuropäischen Staaten seit dem Zweiten Weltkrieg (Quellen und Forschung)

Zeit: Dienstags 10.00 bis 12.00 Uhr
Ort: Seminarraum im Institut für Zeitgeschichte

Die jüngsten Diskussionen über den Verfassungsschutz und die rechtsterroristische Gruppe NSU machen die ambivalente Rolle von Polizei und Nachrichtendiensten in demokratischen Systemen deutlich: Sicherheitsbehörden erscheinen für das Funktionieren eines Rechtsstaates unerlässlich, doch zugleich besteht die Gefahr ihres Missbrauchs und damit einer Beeinträchtigung von Grundrechten. Nicht nur in Zeiten perzipierter Ausnahmezustände drohen sie, der demokratischen Kontrolle zu entgleiten.

Die Übung befasst sich mit Aufbau, Kontrolle und Tätigkeiten westeuropäischer Sicherheitsapparate seit dem Zweiten Weltkrieg. Neben der Bundesrepublik Deutschland sollen insbesondere Frankreich, Italien und Großbritannien in den Blick genommen werden. Ziel der Übung ist die Auseinandersetzung mit grundlegenden Fragen der historischen Archivarbeit und Quellenanalyse. In diesem Zusammenhang wird auch der oftmals schwere Zugang zu Dokumenten über Polizei und Nachrichtendienste thematisiert. Durch die kritische Analyse einschlägiger Texte sollen die Übungsteilnehmer den Umgang mit Quellen üben und Einblicke in Probleme der zeitgeschichtlichen Forschung gewinnen.

Prüfungsform: Referat

Anmeldung: per E-Mail an hof[at]ifz-muenchen.de

Vorbereitende Lektüre: Klaus Weinhauer: Polizeikultur und Polizeipraxis in den 1960er und 1970er Jahren. Ein (bundes-)deutsch-englischer Vergleich, in: Christina Benninghaus u.a. (Hg.): Unterwegs in Europa. Beiträge zu einer vergleichenden Sozial- und Kulturgeschichte, Frankfurt/New York 2008, S. 201-218; Trevor Barnes: The secret cold war. The C.I.A. and American foreign policy in Europe. 1946 – 1956, in: The historical journal 24 (1981), S. 399-415, sowie The historical journal 25 (1982), S. 649-670.


Dierk Hoffmann

Oberseminar: "Aufbruch und Dynamik. Deutschland in den 1960er Jahren"

Zeit: Mittwochs 16 - 18 Uhr
Ort:
Universität Potsdam


Johannes Hürter

Hauptseminar: Adolf Hitler – eine Biografie und ihre Deutungen

Zeit: Freitags 14.00-18.00 Uhr (Doppelsitzungen)
Termine:
19.04., 03.05., 24.05., 07.06., 28.06., 12.07.
Ort: Johannes Gutenberg-Universität Mainz; Raum 01 411 P101 (Philosophicum)

Inhalt:
Über Adolf Hitler ist schon alles geschrieben und gesagt worden. Stimmt das? Welche Hitler-Interpretationen prägen heute die wissenschaftlichen Diskurse, welche Hitler-Bilder die öffentliche Erinnerung? Ziel des Seminars ist es, die Biografie des Diktators zu erkunden, den aktuellen Forschungsstand zu überblicken sowie kontroverse Positionen, offene Fragen und mögliche Desiderate zu diskutieren. Dabei sollen Probleme der Biografik und die Bedeutung der Persönlichkeit in der Zeitgeschichte ebenso exemplarisch behandelt werden wie das Verhältnis von wissenschaftlichen und populären Narrativen.

Das Hauptseminar wird in sechs jeweils vierstündigen Doppelsitzungen abgehalten (19.4., 3.5., 17.5., 7.6., 28.6., 12.7.). Jeder Teilnehmer muss ein Kurzreferat und ein Handout vorbereiten. Der benotete Leistungsnachweis wird durch eine schriftliche Hausarbeit (15 Seiten) erbracht.

Literatur:
Gute Kenntnisse über die deutsche Geschichte 1918-1945 werden vorausgesetzt. Zur Einstimmung auf das Seminar empfehle ich die (erneute) Lektüre von Sebastian Haffner, Anmerkungen zu Hitler (verschiedene Auflagen, auch günstige Taschenbuchausgabe bei Fischer TB).


Sven Keller

Proseminar (zweistündig): Von der Krise der Weimarer Republik zur Diktatur Hitlers – Deutschland 1930-34

Zeit: Fr. 10:00-11:30 Uhr
Ort: Universität Augsburg, Gebäude D3, Raum 2129

Am 30. Januar 1933 wurde Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt. Das Ereignis markiert symbolisch das Ende der Weimarer Republik und den Anfang von Hitlers Diktatur. Die Machtübernahme der Nationalsozialisten war Ergebnis einer tiefen wirtschaftlichen, politischen, verfassungsrechtlichen und gesellschaftlichen Krise ebenso wie von individuellen Entscheidungen –  zwangsläufig war sie  nicht: Die tiefen Verwerfungen und der Legitimationsverlust der Republik begünstigten Hitlers Machtantritt maßgeblich, gleichwohl gab es bis zuletzt Alternativen. Die Lehrveranstaltung beleuchtet die Prozesse, die seit 1930 die nationalsozialistische „Machtergreifung“ ermöglichten, und verfolgt die Einrichtung und Stabilisierung der NS-Diktatur bis ins Jahr 1934.

Literatur:

  • Broszat, Martin, Die Machtergreifung. Der Aufstieg der NSDAP und die Zerstörung der Weimarer Republik, München 1984.
  • Büttner, Ursula, Weimar. Die überforderte Republik, Stuttgart 2008 (als Lizenzausgabe preisgünstig bei der Bundeszentrale für politische Bildung erhältlich).
  • Evans, Richard, Das Dritte Reich. Bd. 1: Aufstieg, München 2004.
  • Jasper, Gotthard,  Die gescheiterte Zähmung. Wege zur Machtergreifung Hitlers 1930-1934, Frankfurt am Main 1986.

Edith Raim

Hauptseminar: Der Erste Weltkrieg

Zeit: Mo. 11:45 - 13:15, Mo. 11:45 - 13:15
Ort: Universtät Augsburg; Raum; 1087a

„In ganz Europa gehen die Lichter aus; wir werden es nicht mehr erleben, dass sie wieder angezündet werden.“  Mit diesen Worten beschrieb der britische Außenminister Sir Edward Grey im August 1914 das Ende einer Epoche, die mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs eingeleitet wurde.
Neben politischen und militärgeschichtlichen Fragen nach Ursachen, Kriegsverlauf und den Kriegszielen der verschiedenen Staaten stehen sozial- und kulturgeschichtliche Probleme dieser Epochenzäsur im Mittelpunkt. Eine Exkursion zur Abteilung Erster Weltkrieg im Bayerischen Armeemuseum in Ingolstadt ist geplant.

Literatur:


  • Christopher Clark: The Sleepwalkers. How Europe Went to War in 1914, London 2012
  • Brigitte Hamann: Der Erste Weltkrieg. Wahrheit und Lüge in Texten und Bildern, München 2004
  • Gerhard Hirschfeld, Gerd Krumeich, Irina Renz (Hrsg.): Enzyklopädie Erster Weltkrieg, Paderborn 2008
  • Holzer, Anton: Die andere Front. Fotografie und Propaganda im Ersten Weltkrieg , Darmstadt 2007
  • Wolfgang J. Mommsen: Der Große Krieg und die Historiker. Neue Wege der Geschichtsschreibung über den Ersten Weltkrieg, Essen 2002
  • Hew Strachan: Der Erste Weltkrieg. Eine neue illustrierte Geschichte, München 2004
  • Barbara Tuchman: August 1914, Frankfurt am Main 2001
  • Thomas Weber: Hitlers erster Krieg. Der Gefreite Hitler im Weltkrieg – Mythos und Wahrheit, Bonn 2012 [verfügbar über die Bundeszentrale für politische Bildung]

Hauptseminar: Der amerikanische Bürgerkrieg 1861-1865

Ort: Universtät Augsburg

“Any understanding of this nation has to be based, and I mean really based, on an understanding of the Civil War. […] It defined us. […] as what we are and it opened us to being what we became, good and bad things. And it is very necessary, if you are going to understand the American character in the twentieth century, to learn about this enormous catastrophe of the mid-nineteenth century. It was the crossroads of our being, and it was a hell of a crossroads.” (Shelby Foote)
Das Hauptseminar versucht eine Annäherung an den vermutlich am besten erforschten Abschnitt US-amerikanischer Geschichte mit einer Erörterung politischer,gesellschaftlicher, militär- und kulturspezifischer Fragestellungen.

Literatur:


  • Eleanor Jones Harvey: The Civil War and American Art, Washington D.C. 2012
  • Stig Förster/Jörg Nagler (eds.): On the Road to Total War: The American Civil War and the German Wars of Unification, 1861-1871, Washington D.C. 1997
  • Michael Hochgeschweder: Der amerikanische Bürgerkrieg, München 2010
  • James McPherson: Für die Freiheit sterben. Die Geschichte des amerikanischen Bürgerkriegs, Köln 2008
  • James McPherson: The Atlas of the Civil War, Philadelphia 2010
  • Udo Sautter: Der amerikanische Bürgerkrieg 1861-1865, Stuttgart 2009
  • Nach der Veranstaltung

Thomas Schlemmer

Vorlesung: Der Faschismus in Europa 1919 bis 1945

Ort: Albert-Lud­wigs-Universität, Freiburg

Hauptseminar: Die faschistische Kriegsallianz. Das Deutsche Reich, Italien und die Ge­schich­te des Zweiten Weltkriegs 1939-1945

Ort: Albert-Lud­wigs-Universität, Freiburg

Proseminar: Die Ära Adenauer. Die Bundesrepublik Deutschland 1949-1963

Ort: Albert-Lud­wigs-Universität, Freiburg

Ober­seminar

(gemeinsam mit Ulrich Herbert)

Ort: Albert-Lud­wigs-Universität, Freiburg


Michael Schwartz

HS II: Das Münchner Abkommen 1938: Ursachen - Folgen – Nachwirkungen

Ort: Westfälische Wilhelms-Universität Münster


Elke Seefried und Jürgen Finger

Übung: Der Erste Weltkrieg: Neuere Forschungen in der Diskussion

Zeit: Mo. 14.00-16.00 Uhr
Ort: LMU
Anmeldung per Email an: seefried[at]ifz-muenchen.de, J.Finger[at]lmu.de

Der Erste Weltkrieg, der auch als „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ (George F. Kennan) gilt, geriet in den letzten Jahren wieder verstärkt in den Fokus der zeithistorischen Forschung. Mit Blick auf die kommenden Gedenkjahre ab 2014 ist mit einem Anhalten dieser Konjunktur zu rechnen. Der verlustreiche Konflikt, der mit neuen Formen der Kriegführung und einer nachhaltigen sozioökonomischen Mobilisierung („totaler Krieg“) einherging, veränderte die politische, gesellschaftliche und ökonomische Entwicklung der beteiligten Staaten tiefgreifend und brachte auf internationaler Ebene den Verlust der weltpolitischen Vorrangstellung Europas mit sich. Neuere Forschungen rücken vor allem die mentalitäts- und erfahrungsgeschichtlichen Implikationen des Krieges in den Vordergrund, die sich um die kollektive Gewalterfahrung und die Problemverarbeitung an der „Heimatfront“ ranken. In dieser Übung sollen anhand gemeinsamer Textlektüre neuere Ansätze und Thesen der Forschung zum Ersten Weltkrieg im europäischen Kontext diskutiert sowie die Folgen des Krieges für die europäische Geschichte der Zwischenkriegszeit vermessen werden.

Die Prüfungsleistung ist eine Rezension über eine aktuelle Studie zum Thema (3-4 Seiten). Bei Studierenden im Master-Studiengang kommt als zweite Prüfungsleistung eine kurze mündliche Prüfung über ausgewählte Texte aus dem Seminar-Reader hinzu.

Prüfungsform im BA, im mod. Lehramt und im GSP (MA-Nebenfach): ES

Prüfungsform im MA: ES, MP

Die Übung entspricht den Anforderungen der alten LPO I § 71 (1) Nr. 2c bzw. der neuen LPO I § 67 Nr. 2d.

Literatur:

  • Berghahn, Volker, Der Erste Weltkrieg, München 2003 (eine gut erzählte, kurze Darstellung, für jeden erschwinglich).
  • Mommsen, Wolfgang J., Die Urkatastrophe Deutschlands. Der erste Weltkrieg 1914-1918 (= Gebhardt Handbuch der deutschen Geschichte, Bd. 17), 10. Aufl. Stuttgart 2002 (ein Standardwerk in der Bibliothek des Historischen Seminars).

Andreas Wirsching

Aufbaukurs/Vertiefungskurs: „Probleme des gesellschaftlichen und kulturellen Wandels in der Bundesrepublik ca. 1970-1990"


Zeit: Montags 16.00-19.00 Uhr
Ort: Institut für Zeitgeschichte, Seminarraum
Beginn: 15. April 2013

Der Vertiefungskurs zielt thematisch auf jene wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Kräfte, welche bereits die „alte“ Bundesrepublik seit den 1970er Jahren maßgeblich veränderten. Sie sollen zum einen überblicksweise erarbeitet, zum anderen exemplarisch erforscht werden. Zu diesem Zweck wird bei allen Teilnehmern Initiative, Kreativität und die Bereitschaft vorausgesetzt, selbst in einschlägigen Münchner Archiven zu recherchieren. Das Seminar eignet sich daher besonders für jene Absolventen, die die Abfassung einer BA, MA oder Magisterarbeit im Hauptfach Neuere u. Neueste Geschichte anstreben.

Die Zahl der Teilnehmer ist aufgrund der archivbezogenen Forschungsintensität auf 15 begrenzt.

Teilnehmer müssen sich persönlich anmelden bei: Herrn Jürgen Finger M.A., am Montag, den 25. Februar, von 14.00 bis 16:00 Uhr, Zimmer K510.

Prüfungsform im Master: RE+HA

Prüfungsform im BA und modul. LA: KL+RE+HA

Literaturhinweise:

  • Eckart Conze, Die Suche nach Sicherheit. Eine Geschichte der Bundesrepublik Deutschland von 1949 bis in die Gegenwart, München 2009.
  • Anselm Doering-Manteuffel u. Lutz Raphael, Nach dem Boom. Perspektiven auf die Zeitgeschichte seit 1970, Göttingen 2008.
  • Andreas Wirsching, Abschied vom Provisorium. Geschichte der Bundesrepublik Deutschland 1982-1990, München 2006.


© Institut für Zeitgeschichte