Unser Profil

Das Institut für Zeitgeschichte (IfZ) ist eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung, die die gesamte deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart in ihren europäischen und globalen Bezügen erforscht. Gegründet wurde das IfZ 1949, um als erstes Institut überhaupt die nationalsozialistische Diktatur wissenschaftlich zu erschließen.

Das Arbeitsspektrum hat sich seither bedeutend erweitert und gliedert sich heute in vier Schwerpunkte:

Organisatorisch ist das IfZ eine öffentliche Stiftung des Bürgerlichen Rechts. Es ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft und wird vom Bund und den Ländern finanziert.

Forschung und Wissenstransfer

Zum Institut für Zeitgeschichte zählen die Forschungsabteilungen in München und Berlin, die Aktenedition im Auswärtigen Amt und die Dokumentation Obersalzberg. Am Hauptstandort München erforschen unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Zeit der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus sowie die NS-Diktatur in ihrer europäischen Dimension. Ein weiterer Schwerpunkt gilt der deutschen Nachkriegsgeschichte und den zentralen Entwicklungslinien der Bundesrepublik im europäischen und globalen Kontext. Ein wichtiges Untersuchungsfeld ist auch der politische und gesellschaftliche Wandel in Deutschland und Europa seit den 1970er Jahren. Seit 2013 hat das IfZ in München ein internationales Zentrum für Holocaust-Studien aufgebaut. Ebenfalls unter dem Dach des Münchner Hauses arbeiten die Redaktionen unserer Schriftenreihen. Flaggschiff sind die Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte (VfZ). Sie sind das führende Fachperiodikum und die auflagenstärkste historische Zeitschrift in Deutschland.

Seit Mitte der 1990er Jahre gibt es eine Forschungsabteilung des IfZ in Berlin. Sie untersucht die Geschichte der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ), der DDR sowie die politischen und gesellschaftlichen Transformationen der jüngeren deutschen und europäischen Geschichte. Ebenfalls im IfZ Berlin ist ein Teil der NS-und der Nachkriegsforschung angesiedelt, darunter das große Editionsprojekt zur Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden (VEJ). Eine weitere Abteilung des IfZ ist direkt im Auswärtigen Amt untergebracht. Deren Aufgabe ist die Bearbeitung der „Akten zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland“ (AAPD). Jedes Jahr legt das Institut für Zeitgeschichte daraus einen neuen kommentierten Band mit bis dahin oftmals geheimen Unterlagen zur deutschen Außenpolitik vor.

Direkten Transfer seiner Forschungsarbeit in die historische und politische Bildung leistet das IfZ in der Dokumentation Obersalzberg bei Berchtesgaden. Im Auftrag des Freistaats Bayern betreut das Institut dort eine Dauerausstellung, die die Ortsgeschichte von Hitlers zweitem Regierungssitz mit einer Darstellung zentraler Aspekte der NS-Diktatur verbindet. Zum Programm der Dokumentation zählen auch Sonderausstellungen, Veranstaltungen und ein umfangreiches Bildungsangebot.

Das IfZ - ein lebendiges Forum

Das IfZ bietet darüber hinaus mit seiner Bibliothek und dem Archiv in München eine hochkarätige wissenschaftliche Infrastruktur und leistet so eine wichtige Servicefunktion für die deutsche und internationale Zeitgeschichtsforschung. Als Drehscheiben des Wissenstransfers sind Bibliothek und Archiv öffentlich zugänglich und erfüllen vielfältige Auskunfts- und Beratungswünsche.

Mit einer Vielzahl von Konferenzen, Vorträgen und Buchpräsentationen an allen seinen Standorten belebt das Institut für Zeitgeschichte den wissenschaftlichen Diskurs und sorgt für einen intensiven Dialog zwischen Forschung und interessierter Öffentlichkeit. Das Netzwerk des Instituts reicht dabei weit in die internationale Wissenschaftswelt hinein und wird im Austausch mit ausländischen Partnerinstitutionen stetig ausgebaut. Einen besonderen Akzent legt das IfZ auf die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Dazu zählen spezielle Doktorandenprogramme ebenso wie die Lehrtätigkeit von IfZ-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an Hochschulen im ganzen Bundesgebiet.


Das Institut für Zeitgeschichte versteht sich somit nicht nur als anspruchsvolle Forschungseinrichtung, sondern auch als lebendiges Forum für Debatte und Wissenstransfer.



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