Open-Access-Policy des Instituts für Zeitgeschichte München–Berlin

in der Fassung vom 20. Oktober 2020

Hintergrund

Das Institut für Zeitgeschichte München–Berlin (IfZ) ist eine international ausgerichtete, außeruniver­sitäre Forschungseinrichtung mit integrierten Infrastrukturabteilungen. Zu seinen satzungsgemäßen Zielen zählt neben der Durchführung von wissenschaftlichen Projekten zur Zeitgeschichte sowie den Angeboten von Archiv und Bibliothek insbesondere, im Gefüge des weit gefassten Wissenstransfers in die Öffentlichkeit, die Publikation von Forschungsergebnissen. Dies umfasst gleichermaßen eigene Studien wie vom Institut qualitätsgeprüfte Arbeiten externer Forscherinnen und Forscher.

Das Institut für Zeitgeschichte versteht zeitgeschichtliche Forschung als zentrale Demokratiewissen­schaft für das 21. Jahrhundert und bekennt sich deshalb zum Paradigma der Open Science. Im Sinne eines aktiven, bestmöglichen Transfers von Fachwissen in die gesellschaftliche Debatte und der Nachnutzbarkeit empirisch gewonnener Forschungsergebnisse unterstützt das IfZ den Gedanken des Open Access und unternimmt seit 2003 einschlägige Schritte, um dieses Anliegen fortwährend diffe­renzierter zu realisieren. Es agiert damit auch im Sinne der „Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen“1sowie der „Open-Access-Policy der Leibniz-Gemeinschaft“2.

Die Entwicklung in Richtung Open Access muss zum Wohle der Wissenschaft das für die jeweilige Fachkultur charakteristische Rezeptionsverhalten ebenso berücksichtigen wie die Gesetzmäßigkeiten des fachspezifischen Publikationsmarktes3. Im Unterschied zu Disziplinen, deren Veröffentlichungen ausschließlich fachintern zirkulieren, reichen geschichtswissenschaftliche und insbesondere zeithisto­rische Publikationen weit über die Grenzen der Disziplin hinaus in die Öffentlichkeit und sind Teil des allgemeinen Buch- und Zeitschriftenmarktes. Dieser spezifische Kommunikationsraum erfordert eine entsprechende Open-Access-Policy. Im Einklang mit der Position des Bundesministeriums für Bildung und Forschung4 zielt die Publikationsstrategie des IfZ daher darauf, gleichermaßen die Vorteile gedruckter Publikationen wie diejenigen des Open Access zu nutzen, um für die Ergebnisse der zeit­historischen Forschung eine quantitativ möglichst breite und qualitativ möglichst intensive Rezipier­barkeit zu gewährleisten.

 

Empfehlungen und Verpflichtungen

Das Institut für Zeitgeschichte München–Berlin hat das Ziel, möglichst viele Publikationen im Sinne des Open-Access-Prinzips verfügbar zu machen. Dies geschieht im Regelfall auf dem „grünen Weg“, d.h. durch schnellstmögliche nachträgliche Zugänglichmachung der Publikationen auf der Grundlage der geltenden Verträge über das offene Heftarchiv der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte sowie über das institutionelle Repositorium „Zeitgeschichte Open“5 und den Nachweis der Metadaten auf LeibnizOpen.

Im Falle einer unmittelbaren Open-Access-Publikation empfiehlt das IfZ die Publikation unter der freien Nutzungslizenz „Creative Commons Namensnennung – Nicht-kommerziell – Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland“ (CC BY-NC-ND 3.0 DE)“6, die dem Open-Access-Prinzip wie auch dem Schutz der Rechte von Autorinnen und Autoren in bestmöglicher Weise gerecht wird.

Das IfZ strebt an, über seinen Dokumentenserver die Publikationen des Instituts sowie seiner Mitar­beiterinnen und Mitarbeiter im Open Access verfügbar zu machen. Alle Interessierten sind daher aufgerufen, sich das eigene Verwertungsrecht dauerhaft zu sichern, um für diese Form der Publika­tion einfache Nutzungsrechte übertragen zu können. Das IfZ empfiehlt seinen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, bei der Beantragung von Projekten auch Drittmittel für Open Access einzu­werben, sollte die Publikation der Forschungsergebnisse im unmittelbaren Open Access („goldener Weg“), ggf. begleitend zu einer Druckausgabe, angestrebt werden.

 

Umsetzung

Das Institut für Zeitgeschichte München–Berlin fördert Open Access, indem es

  • seit 2007 die Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte mit einer moving wall im offenen Heftarchiv zugänglich macht;

  • seine Verlagsverträge so gestaltet, dass eine Open-Access-Publikation ermöglicht wird;

  • für die in seinen Publikationsreihen erscheinenden Monographien und Sammelbände in Ko­operation mit der Bayerischen Staatsbibliothek den Dokumentenserver Zeitgeschichte Open betreibt;

  • seinen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die freie Verfügbarmachung ihrer Publi­kationen, sofern rechtlich zulässig, über diesen Dokumentenserver ermöglicht;

  • an der Konzeption und Beantragung des von der Leibniz-Gemeinschaft eingerichteten Open-Access-Fonds für Monografien mitgewirkt hat und sich aktiv in den laufenden Betrieb und die Weiterentwicklung des Fonds einbringt;

  • seine Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu Open Access informiert sowie bei der Klärung rechtlicher Fragen im Zusammenhang mit der Open-Access-Veröffentlichung ihrer Forschungsergebnisse begleitet.

  • an seiner Bibliothek die Position eines/einer Open-Access-Beauftragten eingerichtet hat.

 

Zur Weiterentwicklung seiner Open-Access-Strategie hat das Institut eine Kommission einberufen, die alle Aspekte regelmäßig evaluiert und konzeptionell auf die sich wandelnden Rahmen­bedingungen ausrichtet.

Ansprechpartner: Dr. Daniel Schlögl

 


 

  1. Berlin Declaration on Open Access to Knowledge in the Sciences and Humanities (http://openaccess.mpg.de/3515/Berliner_Erklaerung, zuletzt aufgerufen am 20.10.2020).
  2. Open-Access-Policy der Leibniz-Gemeinschaft / Open Access policy of the Leibniz Association, Stand 05/2020 (https://www.ifz-muenchen.de/fileadmin/user_upload/Institut/Open-Access/20201020_Open-Acces-Policy.pdf, zuletzt aufgerufen am 20.10.2020).
  3. Vgl. Wolfgang Schön, Die Transformation gestalten: Open Access zwischen Fachfunktion und Strukturdiskurs. Eröffnungs-Keynote zu den Open-Access-Tagen 2016, München 10.-11.10.2016, Video-Mitschnitt, Minute 7-8 (https://videoonline.edu.lmu.de/en/node/8215, zuletzt aufgerufen am 20.10.2020).
  4. Vgl. Bundesministerium für Bildung und Forschung (Hg.), Open Access in Deutschland. Die Strategie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, Berlin 2016 (https://www.bmbf.de/pub/Open_Access_in_Deutschland.pdf, zuletzt aufgerufen am 20.10.2020), S. 5.
  5. Zeitgeschichte Open. Die Open-Access-Plattform des Instituts für Zeitgeschichte (https://open.ifz-muenchen.de/, zuletzt aufgerufen am 20.10.2020).
  6. Vgl. creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de/, zuletzt aufgerufen am 20.10.2020.

 

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