Geschichte der Homosexualität seit 1945

Tagungstelegramm: Neue Bücher des Instituts für Zeitgeschichte

Die Lebenssituationen homosexueller Menschen haben sich im 20. Jahrhundert in Deutschland wie in weiten Teilen Europas erheblich gewandelt. Nach 1945 waren viele Staaten noch lange durch Traditionen der strafrechtlichen Verfolgung und gesellschaftlichen Diskriminierung geprägt. Im Zuge übergreifender gesellschaftlicher Veränderungen kam es ab Ende der 1960er Jahre zu Fortschritten in Richtung Emanzipation. Allerdings verlief der Prozess nicht geradlinig: So erzeugte AIDS in den 1980er Jahren die Gefahr verschärfter Diskriminierung, aber auch Chancen für Partizipation und Akzeptanz. Das gilt auch für die DDR. Dort bildete sich eine Homosexuellenbewegung, die unter den schwierigen Bedingungen der SED-Diktatur im Austausch mit westdeutschen Gruppen blieb und ihren eigenen Standort suchte. Das Institut für Zeitgeschichte präsentierte zwei neue Publikationen zu diesen Entwicklungen. In einer Podiumsdiskussion wurden die vielfältigen Dimensionen des Themas ausgelotet.

Die Buchpräsentation und Diskussion am 13. Juni 2023 im IfZ in München mit der Autorin von „‚Warme Brüder‘ im Kalten Krieg” Teresa Tammer (Stellvertretende Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Dresden) und dem Mitherausgeber des Bands „Verfolgung − Diskriminierung − Emanzipation“ Michael Schwartz (IfZ) war eine Kooperation mit dem Verlag De Gruyter Oldenbourg und der Akademie für Politische Bildung in Tutzing. Die Moderation übernahm Isabel Heinemann, Universität Bayreuth. Thomas Raithel (IfZ) führte in den Abend ein.

Die Veranstaltung wurde aufgezeichnet. Wer sie verpasst hat, kann sie nun auf dem YouTube-Kanal des IfZ im Video nachsehen:



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