Udo Wengst, Hermann Wentker (Hrsg.)

Das doppelte Deutschland. 40 Jahre Systemkonkurrenz.

Berlin 2008

ISBN: 978-3-86153-481-5

 

Mit dem Beginn des Kalten Krieges etablierten sich in Deutschland zwei konträre, miteinander konkurrierende politisch-gesellschaftliche Systeme. Aus dem geteilten Deutschland wurde das doppelte Deutschland. Trotz der sich vertiefenden Spaltung verloren sich die beiden deutschen Gesellschaften jedoch nie aus dem Blick.
Dieses Buch geht erstmals den bisher nicht systematisch untersuchten gegenseitigen Wahrnehmungen von politischen Entscheidungen, Programmen, politischen Ideen und gesellschaftlichen Prozessen nach.
Die überwiegend von Mitarbeitern des Instituts für Zeitgeschichte verfassten Beiträge stellen diese Wechselwirkung anhand zentraler Themenfelder dar: der »Bewältigung« der nationalsozialistischen Vergangenheit, der »Grenzsicherung« mitten durch Deutschland, der Außen- und Dritte-Welt-Politik, der Arbeitsmarktpolitik, der Reformen in den Hochschulen und beim Abtreibungsstrafrecht sowie im kulturellen, sportlichen und kirchlichen Bereich.

Aus dem Inhalt:
 

  • Udo Wengst, Hermann Wentker: Einleitung
  • Horst Möller: Zwei deutsche Staaten, eine Nation? Zum nationalen Selbstverständnis in den Verfassungen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR.
  • Petra Weber: Thomas Mann in Frankfurt, Stuttgart und Weimar. Umstrittenes kulturelles Erbe und deutsche Kulturnation.
  • Hermann Wentker: Kirchentag in Leipzig. Kontakte und wechselseitige Wahrnehmungen der evangelischen Kirchen in Ost und West.
  • Helge Heidemeyer: »Antifaschistischer Schutzwall« oder »Bankrotterklärung des Ulbricht-Regimes«? Grenzsicherung und Grenzüberschreitung im doppelten Deutschland.
  • Amit Das Gupta: Ulbricht am Nil. Die deutsch-deutsche Rivalität in der Dritten Welt.
  • Anne Rohstock: Ist Bildung Bürgerrecht? Wege zur Bildungsexpansion im doppelten Deutschland.
  • Udo Wengst: Das vorzeitige Ausscheiden von Heinrich Lübke aus dem Bundespräsidentenamt. Zweierlei »Vergangenheitsbewältigung« im Systemkonflikt.
  • Michael Schwartz: »Liberaler als bei uns«? Zwei Fristenregelungen und die Folgen. Reformen des Abtreibungsstrafrechts in Deutschland.
  • Dierk Hoffmann: Ölpreisschock und Utopieverlust. Getrennte Krisenwahrnehmung und -bewältigung.
  • Hermann Wentker: Doppelter UN-Beitritt. Deutsch-deutsche Konkurrenz auf der internationalen Bühne.
  • Thomas Raithel: Das Sparwasser-Tor. Entwicklung und Bedeutung des Sports in beiden deutschen Staaten.
  • Johannes Hürter: Die Ausbürgerung Wolf Biermanns. Künstler und Intellektuelle zwischen den Stühlen.
  • Manfred Kittel: Strauß' Milliardenkredit für die DDR. Leistung und Gegenleistung in den innerdeutschen Beziehungen.
  • Dierk Hoffmann: Honecker in Bonn. Deutsch-deutsche Spitzentreffen 1947-1990.
  • Andreas Wirsching: Die Mauer fällt. Das Ende des doppelten Deutschland.

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