Albert Speer in der Bundesrepublik

Die Dokumentation Obersalzberg zeigt ein halbes Jahr nach Eröffnung der neuen Dauerausstellung "Idyll und Verbrechen" die erste Sonderausstellung: "Albert Speer in der Bundesrepublik. Vom Umgang mit deutscher Vergangenheit". Mit Albert Speer, der spätestens seit 1938 seinen Hauptwohnsitz am Obersalzberg hatte, steht eine Person im Mittelpunkt der Ausstellung, die eine enge Verbindung zum historischen Ort Obersalzberg aufweist.

Als Albert Speer 1966 nach zwanzigjähriger Haft aus dem Kriegsverbrechergefängnis in Berlin-Spandau entlassen wurde, rückte er für viele Jahre ins Rampenlicht der Öffentlichkeit. Als sympathischer und scheinbar geläuterter Zeitzeuge stieg er zum Medienstar auf.

Während des Nationalsozialismus war Speer führender Architekt und als Rüstungsminister ein zentraler Akteur des Regimes. Sein Wohnsitz und Atelier befanden sich am Obersalzberg, im sogenannten Führersperrgebiet. Als enger Vertrauter Adolf Hitlers war Speer zusammen mit seiner Familie ein gern gesehener Gast im Berghof, Hitlers Haus am Obersalzberg.

Nach seiner Haftentlassung verbreitete Speer erfolgreich seine Legende vom unschuldigen Technokraten: Er habe von den NS-Verbrechen nichts gewusst und sei, von der Aura Hitlers verführt, unverschuldet in den Krieg hineingeraten. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Frage, warum diese Legende Speers in der Bundesrepublik Deutschland über Jahrzehnte so große Resonanz fand – selbst dann noch, als viele seiner Erzählungen durch historische Forschungen längst widerlegt waren.

Die Sonderausstellung ist vom 12. April bis 15. September 2024 in der Dokumentation Obersalzberg zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen.

"Albert Speer in der Bundesrepublik. Vom Umgang mit deutscher Vergangenheit" ist eine Ausstellung vom Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände / Museen der Stadt Nürnberg in Kooperation mit dem Institut für Zeitgeschichte München–Berlin.

 



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