Das Institut für Zeitgeschichte wird seit seiner Gründung immer wieder als klärende Instanz angerufen - von Gerichten, Institutionen und Privatpersonen. Die daraus hervorgehenden Gutachten von größerer öffentlicher Relevanz werden neuerdings in gekürzter Form in den Vierteljahrsheften publiziert. Die vollständigen Gutachten finden Sie hier - als Beilagen.
Auch ergänzendes Material zu anderen VfZ-Aufsätzen wie etwa wichtige Quellen, Statistiken etc. und weitere Texte, die das gedruckte Heft ergänzen, finden hier ihren Platz.
Ergänzende Materialien zum Aufsatz von Kristina Milz und Benedikt Sepp, „Harte Zeiten für die Guten“. Kurt Huber und Mirok Li – Widerstandsrezeption in der Bundesrepublik Deutschland und in Südkorea, in: VfZ 73 (2025) H. 3, S. 379–411. Präsentiert wird eine Szene aus dem südkoreanischen Webcomic „Ein Wanderer zwischen zwei Welten“.
Kurt Huber gehört als Mitglied der Widerstandsgruppe Weiße Rose zu den bekannten Figuren der deutschen Zeitgeschichte. Der koreanische Gelehrte Mirok Li, der eng mit dem 1943 hingerichteten Professor befreundet war, ist dagegen weitgehend vergessen – zumindest in der Bundesrepublik, denn in Südkorea zählt Mirok Li zu den Ikonen des Widerstands gegen die japanische Kolonialmacht mit erstaunlicher Präsenz auch in der Populärkultur. Es gibt sogar einen Webcomic mit dem Titel „Ein Wanderer zwischen zwei Welten“, in dem sich historische Realität und apologetische Fiktion in spezifischer Weise miteinander verweben.
In der hier gezeigten – frei erfundenen – Szene dieses Webcomics sprechen Mirok Li und Kurt Huber über das Engagement des Professors in der Weißen Rose. Li hat zuvor die Flugblätter an der Universität gelesen und Huber schließlich überraschend mit den Geschwistern Scholl angetroffen. Nun diskutieren die beiden Männer über Hubers Motivation für den Widerstand, aber auch über dessen Risiken. Li erzählt Huber von seinem Kampf gegen die Japaner und von dem Preis, den er dafür zahlen musste: seine Familie nie wieder sehen zu können. Huber sieht sich seinen moralischen Maßstäben entsprechend dennoch verpflichtet, dieses Risiko einzugehen, und ist bereit, Lis Schicksal zu teilen.
Die Szene illustriert, wie der Kampf gegen den japanischen Kolonialismus auf der einen und gegen den Nationalsozialismus auf der anderen Seite in der koreanischen Rezeption Mirok Lis zusammengedacht werden: Anständige, aufrechte Männer sehen sich trotz eines hohen persönlichen Risikos aus ihrer philosophischen Haltung heraus verpflichtet, gegen Unmenschlichkeit und Unrechtsherrschaft vorzugehen – wo auf der Welt auch immer.
Ergänzende Materialien zum Aufsatz von Tobias Wals, Artur Boss. Der Aufstieg eines ukrainischen „Volksdeutschen“ im deutschen Besatzungsapparat, in VfZ 73 (2025) H. 3, S. 413–445. Präsentiert werden Dokumente aus dem Bundesarchiv Berlin (R 9361-IV/12497) zur Einbürgerung von Artur Boss und seiner Frau Adele aus dem Jahr 1944, die nicht nur diesen bürokratischen Prozess illustrieren, sondern auch weitere Details zur – realen und fiktiven – Biografie von Artur Boss enthalten.
Ergänzende Materialien zum Aufsatz von Thomas Schlemmer, Fremde Welten. Die Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Verfolgtenorganisationen, das Institut für Zeitgeschichte und das Projekt „Widerstand und Verfolgung in Bayern 1933 bis 1945“, in: Frank Bajohr/Magnus Brechtken (Hrsg.), Zeitzeugen, Zeitgenossen, Zeitgeschichte. Die frühe NS-Forschung am Institut für Zeitgeschichte, Göttingen 2024, S. 329–379.
Ergänzende Materialien zur Notiz von Ute Elbracht "Christliche Parteien in Westdeutschland und der Bundesrepublik nach 1945" in VfZ 71 (2023), Heft 4, S. 880-886.
Neue Details - und Ungereimtheiten - zur Überlieferungsgeschichte der von Daniel Siemens in VfZ 71 (2023), Heft 2, S. 371-433, veröffentlichten Aufzeichnungen von Viktor Lutze. Dokumente aus dem IfZ-Archiv (ID 200/308).
Beispielsammlung zum Aufsatz von Nikolai Wehrs: „Abolish Economists!“ Die Britcom „Yes Minister“ und der Wandel des britischen Konservatismus in der Ära Thatcher, in VfZ 70 (2022), Heft 2, S. 391-420.
Beispielsammlung zum Aufsatz von Martina Steber: „A very English superstar“. John Rutter, die populäre Klassik und der transnationale Konservatismus seit den 1970er Jahren, in VfZ 70 (2022), Heft 1, S. 159-188.
Materialien zum Aufsatz von Philipp Gahn: Widersprüche eines Modus Vivendi. Dokumente zum Besuch Michael Kardinal von Faulhabers bei Adolf Hitler auf dem Obersalzberg im November 1936, in VfZ 69 (2021), Heft 3, S. 481-526.
Materialien zum Aufsatz von Sebastian Voigt: Eine „Schandgasse“ im Arbeitskampf. Der Chemiestreik 1971 bei Merck in Darmstadt – eine Fallstudie zu den industriellen Beziehungen in der Bundesrepublik am Ende des „Wirtschaftswunders“, in VfZ 68 (2020), Heft 3, S. 409-449.
Ergänzende Materialien zur Publikation: Das Gutachten des Instituts für Zeitgeschichte zum zweiten NPD-Verbotsverfahren vor dem Bundesverfassungsgericht, in: VfZ 65 (2017), S. 619-661. Die Gutachten des IfZ zum NPD-Verbotsverfahren werden hier vollständig dokumentiert. Nur im gedruckten Heft finden Sie neben einer gekürzten Version des Hauptgutachtens von 2013 auch die Einleitung von Magnus Brechtken (S. 619-630).
Ungekürztes Gutachten vom 25. Februar 2013 (alle Internet-Links wurden zuletzt am 24. Juli 2017 eingesehen. Die in den Fußnoten 18 und 28 erwähnte Seite „MUP-Info“ ist mittlerweile eingestellt. Das Parteiprogramm der NPD (vgl. Fußnote 11) befindet sich mittlerweile an einer anderen Stelle der Partei-Homepage und ist leicht modifiziert worden. Der Klammervermerk „Beleg Nr. X“ verweist auf die dem IfZ bei der Erstellung des Gutachtens zur Verfügung stehenden einschlägigen NPD-Materialien).
Die gekürzte und für den Druck bearbeitete Fassung ist erschienen unter dem Titel :
Nützliche Nähe zu Hitler. Das Ehepaar Max und Maria Wutz im Netzwerk „Alter Kämpfer“ – Ein Gutachten des Instituts für Zeitgeschichte, in: VfZ 61 (2013), Heft 4, S. 567–582