Der Rückgang der Industrieproduktion und der Abbau industrieller Arbeitsplätze in westlichen Industriestaaten stehen im Mittelpunkt dieses Verbunds zeithistorischer und sozialwissenschaftlicher Projekte. Mit der Deindustrialisierung erfuhr nicht nur die ökonomische Basis jener Staaten einen tiefen Einschnitt, vielmehr veränderte sich auch die soziostrukturelle Zusammensetzung ihrer Gesellschaften grundlegend. Dem Niedergang traditioneller Industriezweige stand der Aufstieg anderer Wirtschaftsbereiche entgegen, doch nicht alle ehemaligen Industriearbeiterinnen und Industriearbeiter fanden eine neue Beschäftigung im Handel, in industrienahen Dienstleistungsberufen oder in der aufkommenden Digitalindustrie.
Deindustrialisierung ist damit ein weitaus komplexeres Phänomen als die statistische Abnahme der Industrieproduktion. Die Einzelprojekte untersuchen deshalb die überregionalen, globalen, kulturellen und geschlechtsspezifischen Dimensionen der Deindustrialisierung.