Open-Access-Policy des Instituts für Zeitgeschichte München – Berlin

Hintergrund

Das Institut für Zeitgeschichte ist eine international ausgerichtete Forschungseinrichtung mit integrierten Infrastrukturabteilungen. Zu seinen satzungsgemäßen Zielen zählt neben der Durchführung von wissenschaftlichen Projekten zur Zeitgeschichte sowie den Angeboten von Archiv und Bibliothek insbesondere, im Gefüge des weit gefassten Wissenstransfers in die Öffentlichkeit, die Publikation von Forschungsergebnissen. Dies umfasst gleichermaßen eigene Forschungsprodukte wie auch die vom Institut qualitätsgeprüften Arbeiten von externen Forscherinnen und Forschern.
Die bestmögliche Sichtbarkeit und Nachnutzbarkeit seiner Forschungsergebnisse ist dafür eine wesentliche Voraussetzung. Das Institut unterstützt den Gedanken des Open Access und unternimmt seit 2003 einschlägige Schritte, um dieses Anliegen fortwährend differenzierter zu realisieren. Es agiert damit auch im Sinne der „Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen“1 sowie der „Open-Access-Policy der Leibniz-Gemeinschaft 2016-2020“2.
Die Entwicklung in Richtung Open Access muss zum Wohle der Wissenschaft das für die jeweilige Fachkultur charakteristische Rezeptionsverhalten ebenso berücksichtigen wie die Gesetzmäßigkeiten des fachspezifischen Publikationsmarktes3. Im Unterschied zu Disziplinen, deren Veröffentlichungen ausschließlich dem fachinternen Diskurs dienen, reichen geschichtswissenschaftliche und insbesondere zeithistorische Publikationen weit über die fachliche Community hinaus in die Öffentlichkeit und sind Teil des allgemeinen Buch- und Zeitschriftenmarktes. Dieser spezifische Kommunikationsraum erfordert eine entsprechende Open-Access-Policy. Im Einklang mit der Position des Bundesministeriums für Bildung und Forschung4 zielt die Publikationsstrategie des IfZ daher darauf, gleichermaßen die Vorteile gedruckter Publikationen wie diejenigen des Open Access zu nutzen, um für die Ergebnisse der zeithistorischen Forschung eine quantitativ möglichst breite und qualitativ möglichst intensive Rezipierbarkeit zu gewährleisten.

 

Empfehlungen und Verpflichtungen

Das Institut für Zeitgeschichte München – Berlin hat das Ziel, möglichst viele Publikationen im Sinne des Open-Access-Prinzips verfügbar zu machen. Dies geschieht im Regelfall auf dem „grünen Weg“, d.h. durch schnellstmögliche nachträgliche Zugänglichmachung der Publikationen über das offene Heftarchiv der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte sowie künftig auch über einen eigenen Dokumentenserver und den Nachweis der Metadaten auf LeibnizOpen.
Im Falle einer unmittelbaren Open-Access-Publikation empfiehlt das Institut die Publikation unter einer freien Nutzungslizenz, die dem Open-Access-Prinzip wie auch dem Schutz der Autorenrechte in bestmöglicher Weise gerecht wird.
Das Institut für Zeitgeschichte strebt an, über seinen Dokumentenserver die Publikationen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Open Access verfügbar zu machen. Alle Interessierten sind daher aufgerufen, sich das eigene Verwertungsrecht dauerhaft zu sichern, um für diese Form der Publikation einfache Nutzungsrechte übertragen zu können. Das IfZ empfiehlt seinen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, bei der Beantragung von Projekten auch Drittmittel für Open Access einzuwerben, wenn die Publikation der Forschungsergebnisse im unmittelbaren Open Access („goldener Weg“), ggf. begleitend zu einer Druckausgabe, angestrebt werden sollte.

 

Umsetzung

Das Institut für Zeitgeschichte fördert Open Access, indem es:

  • seit 2007 die Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte mit einer moving wall im offenen Heftarchiv zugänglich macht;
  • seine Verlagsverträge so gestaltet, dass eine Open-Access-Publikation ermöglicht wird;
  • für die in seinen Publikationsreihen erscheinenden Monographien und Sammelbände einen Dokumentenserver aufbaut;
  • seinen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die freie Verfügbarmachung ihrer Publi-kationen, sofern rechtlich zulässig, über diesen Dokumentenserver ermöglicht;
  • die Schaffung von Finanzierungsmöglichkeiten für etwaige Publikationsgebühren von Open-Access-Medien unterstützt;
  • seine Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu Open Access informiert sowie bei der Klärung rechtlicher Fragen im Zusammenhang mit der Open-Access-Veröffentlichung ihrer Forschungsergebnisse begleitet.
  • an seiner Bibliothek die Position eines Open-Access-Beauftragten einrichtet.


Zur Weiterentwicklung seiner Open Access Strategie richtet das Institut eine Kommission ein, die alle Aspekte regelmäßig evaluiert und konzeptionell auf die sich wandelnden Rahmenbedingungen ausrichtet.
 
Ansprechpartner: Dr. Daniel Schlögl
 
Stand: 2. Mai 2018

 

 


 

  1. Berlin Declaration on Open Access to Knowledge in the Sciences and Humanities (http://openaccess.mpg.de/3515/Berliner_Erklaerung, zuletzt aufgerufen am 02.05.2018).
  2. Open-Access-Policy der Leibniz-Gemeinschaft 2016-2020 (https://www.leibniz-gemeinschaft.de/fileadmin/user_upload/downloads/Forschung/Open_Access/Open_Access_Policy_web.pdf, zuletzt aufgerufen am 02.05.2018).
  3. Vgl. Wolfgang Schön, Die Transformation gestalten: Open Access zwischen Fachfunktion und Strukturdiskurs. Eröffnungs-Keynote zu den Open-Access-Tagen 2016, München 10.-11.10.2016, Video-Mitschnitt, Minute 7-8 (https://videoonline.edu.lmu.de/en/node/8215, zuletzt aufgerufen am 02.05.2018).
  4. Siehe Bundesministerium für Bildung und Forschung (Hg.), Open Access in Deutschland. Die Strategie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, Berlin 2016 (https://www.bmbf.de/pub/Open_Access_in_Deutschland.pdf, zuletzt aufgerufen am 02.05.2018), S. 5.

 

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