Heinrich Hoffmann. Hitlers Fotograf und seine Netzwerke zwischen Politik, Propaganda und Profit

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (IfZ):   Sebastian Peters
Projektinhalt:

Das Dissertationsvorhaben analysiert die Karriere des Fotografen und Verlegers Heinrich Hoffmann (1885-1957). Hoffmann, NSDAP-Mitglied seit 1920 und rasch Vertrauter Hitlers, avancierte durch seinen exklusiven Zugang zur NS-Führung zum wichtigsten Fotografen der NS-Zeit und der Vertrieb seiner Aufnahmen im eigenen Verlag machte ihn zum Multimillionär. Auch ohne bedeutendes politisches Amt gelang es ihm als Mitglied von Hitlers Hofstaat Einfluss und ein beträchtliches Vermögen zu akkumulieren. Zudem hatte Hoffmann eine bedeutende Position im Kunstbetrieb der NS-Zeit inne, in dem er sowohl als Funktionär wie auch als Sammler wirkte.

Während sich bisherige Arbeiten hauptsächlich mit seinem fotografischen Werk beschäftigten, wird in dieser Studie Hoffmanns Karriere als Akteur im Nahbereich der NS-Führung und als Profiteur dieses Engagements untersucht. Dem Ansatz der Broker-Theorie folgend werden erstmals die umfangreichen Netzwerke des Fotografen, seine Funktionen innerhalb dieser und die Interaktion mit einzelnen Teilgruppen darin untersucht. Neben dem sozialen Kapital wird auch das monetäre Vermögen Hoffmanns in die Untersuchung einbezogen, um den direkten Zusammenhang zwischen Netzwerkarbeit und Vermögenszuwachs analysieren zu können. Die Untersuchung umfasst den Zeitraum bis Hoffmanns Tod 1957, da die Kontinuitäten seines Netzwerkes und dessen Unterstützung in der Nachkriegszeit, etwa bei der Wiedergewinnung seines beschlagnahmten Besitzes, Teil der Untersuchung sind. Somit ermöglicht der Ansatz Erkenntnisse weit über das biografische Desiderat hinaus und kann einen wichtigen Beitrag zu den Netzwerken der NS-Eliten, deren Bereicherungsmechanismen sowie zu deren langer Nachgeschichte leisten.

Gefördert durch die Stiftung Cusanuswerk, Bonn




© Institut für Zeitgeschichte